Bei Engpässen Umweltminister Schneider will Rechenzentren mehr für Wasser zahlen lassen
Serverschränke in einem Rechenzentrum in Leipzig
Foto: Jan Woitas / dpaBei Wasserknappheit sollen Betreiber von Rechenzentren nach dem Willen von Bundesumweltminister Carsten Schneider mehr für Wasser zahlen oder in sparsamere Technik investieren. Solche Engpässe würden auch in Deutschland häufiger, sagte der SPD-Politiker der Nachrichtenagentur dpa.
»Wenn Wasser knapp ist, kann es nicht sein, dass die Grundbedürfnisse der Bürger mit Großverbrauchern wie Rechenzentren konkurrieren müssen«, sagte Schneider. Seine Schlussfolgerung: »Dann müssen Betreiber von Rechenzentren, die oft sehr hohe Gewinne machen, mehr für Wasser zahlen oder in Technik zum Wassersparen investieren.« Es brauche einen Rahmen, der einen sparsamen Umgang mit Wasser belohnt und Anreize für Investitionen in effiziente Technologien setze.
Bundesumweltminister Schneider
Foto: Michael Kappeler / dpaRechenzentren benötigen viel Strom. Ihr Ausbau wird durch den Boom künstlicher Intelligenz getrieben. Wasser wird unter anderem für die Stromerzeugung und die Kühlung benötigt. Neue Projekte setzen teils auf wassersparende oder wasserlose Kühlkonzepte.
Zudem sollen Pharmafirmen laut Schneider künftig für die Reinigung des Wassers von Medikamentenrückständen zahlen. Es gebe dagegen großen Lobbydruck, aber das Prinzip der Herstellerverantwortung sei richtig und müsse bestehen bleiben. Wie das in Deutschland konkret organisiert wird, ist nach Angaben eines Sprechers des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) noch offen, einen Gesetzentwurf gebe es bislang nicht.
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Generell plädierte Schneider für einen neuen Umgang mit Wasser in Deutschland: »effizienter, vorausschauender, gerechter«. Wasser müsse möglichst gut in der Landschaft gehalten werden, etwa durch die Wiedervernässung von Mooren, mehr Raum für Flüsse und mehr Mischwälder.
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Schneider betonte, auch die öffentliche Wasserversorgung müsse fit gemacht werden für die neue Realität des Klimawandels. »Leistungsfähige Wasserspeicher, Kanalnetze und Kläranlagen sind entscheidende Zukunftsinvestitionen.« Die Länder täten daher gut daran, die Mittel aus dem Sondervermögen zu einem relevanten Teil in die Wasserinfrastruktur zu investieren.
Ein Bericht der Vereinten Nationen beziffert, wie viel Strom und Wasser künstliche Intelligenz angeblich verschlingt. Warum die Zahlen gewaltig, aber auch umstritten sind, lesen Sie hier.