Boom bei der Baufinanzierung Commerzbank verdreifacht beinahe Gewinn
Commerzbank-Hauptsitz in Frankfurt am Main (Archivbild):
Foto: Daniel Reinhardt/ picture alliance / dpaBei der Commerzbank läuft es zunehmend besser. Dank höherer Einnahmen und einer gesunkenen Steuerlast hat sie ihren Gewinn im zweiten Quartal fast verdreifacht. Unterm Strich verdiente das Kreditinstitut zwischen April und Juni 280 Millionen Euro, im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres waren es 100 Millionen Euro.
Vor allem die Investitionen in das lange schwächelnde Privatkundengeschäft zahlen sich aus. Dabei profitierte die seit der Finanzkrise teilverstaatlichte Bank vom boomenden Baufinanzierungsgeschäft. Zudem wuchs die Zahl der Kunden im abgelaufenen Jahresviertel den Angaben zufolge um 68.000. Seit Ende 2012 hat die Bank 666.000 Kunden gewonnen, bis Ende 2016 sollen es eine Million sein.
Fortschritte macht die Commerzbank auch bei den Altlasten. So sank das Engagement in Schiffs- und Gewerbeimmobilienkrediten im zweiten Jahresviertel um drei Milliarden auf 27 Milliarden Euro. Allein in den vergangenen Wochen hatte die Bank Immobilienkredite im Umfang von 2,9 Milliarden Euro an US-Investoren verkauft. Vor wenigen Tagen wurde das Geldhaus auch 18 Frachtschiffe los, die es selbst betrieb, nachdem die ursprünglichen Reeder Kredite nicht mehr bedient hatten.
Vorstandschef Martin Blessing darf sich mittlerweile berechtigte Hoffnungen auf eine Verlängerung seines Vertrages über Oktober 2016 hinaus machen. Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" ("FAS") will der Aufsichtsrat den Manager weiter an das Institut binden. Die Bank äußerte sich dazu nicht.
Blessing stand lange wegen schwacher Zahlen und der schleppenden Erholung von den Folgen der Finanzkrise in der Kritik. Doch der Ende 2012 eingeleitete Kurswechsel scheint sich nun auszuzahlen. Die Bank unterstrich erneut, dass sie für dieses Geschäftsjahr erstmals seit der Finanzkrise wieder eine Dividende an die Aktionäre zahlen wolle. Dafür reservierte sie im ersten Halbjahr bereits 125 Millionen Euro. Das entspricht 10 Cent je Aktie.
Der Bund hatte Ende 2008 und Anfang 2009 über den staatlichen Rettungsfonds Soffin insgesamt 18,2 Milliarden Euro in die Rettung der Bank gepumpt. Gut 13 Milliarden Euro sind inzwischen zurückgezahlt. Der Bund ist derzeit noch mit gut 15 Prozent an der Commerzbank beteiligt. Von einem Gewinn aus der Rettung ist er aber noch weit entfernt. Dazu müsste die Aktie noch kräftig steigen. Für die Steuerzahler war die Rettung der Bank ein Desaster.