Wirtschaftswunder Papier-Comeback dank KI
Gedruckter Katalog
Foto: Julija Sapic / ddpDer gedruckte Katalog ist wieder da. 960 Seiten. 7200 Artikel. Nach acht Jahren Pause kommt die »Conrad-Bibel« zurück, verkündete kürzlich der Elektronikhändler. Der Schritt wirkt wie ein Anachronismus. Kataloge von Otto oder Ikea, einst Seismografen und Schaufenster des Konsums, sind längst Geschichte. Schon helfen die ersten KI-Assistenten beim Onlineshopping. Conrad aber verschickt wieder Kataloge an Geschäftskunden. Mit Nostalgie habe das nichts zu tun, sagt das Unternehmen. Vielmehr mache KI die Erstellung des Katalogs erst wirtschaftlich. Die Produktauswahl erfolge datengesteuert. Bei mehr als zehn Millionen Artikeln auf der Plattform gehe es um Struktur, Relevanz, Vorauswahl. Der Katalog als Filter, der griffbereit auf der Werkbank liegt. Auch der Kaffeeröster Tchibo verschickt einen Bestellkatalog. Das sei »weit mehr als nur ein Medium aus analogen Zeiten«, erklärt der Konzern. »Ein Stück Tchibo, das man mit nach Hause nimmt, um gemütlich auf dem Sofa darin zu stöbern.« Die Performance des Katalogs könne genau gemessen werden. Bei Conrad führt ein QR-Code im Katalog zum Produkt im Onlineshop. Bestellungen per Fax sind in Deutschland nicht mehr möglich. Auf Papier aber schon – per Post.