Energiekrise: Zahl der Kurzarbeiter steigt sprunghaft an - DER SPIEGEL
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Folgen der Energiekrise Zahl der Kurzarbeiter steigt sprunghaft an

Die steigenden Energiepreise zwingen Firmen teilweise zur Drosselung ihrer Produktion. Die Zahl der Kurzarbeiter hat sich innerhalb eines Monats verdoppelt, in einigen Sektoren fällt der Zuwachs sogar noch stärker aus.
Schmelzofen in Mühlheim an der Ruhr
Schmelzofen in Mühlheim an der Ruhr

Schmelzofen in Mühlheim an der Ruhr

Foto: Christoph Hardt / Panama Pictures / IMAGO

Die Energiekrise hat den Rückgang der Kurzarbeit in Deutschland nicht nur gestoppt – sondern sogar einen kräftigen Anstieg ausgelöst. Die Zahl der Kurzarbeiter stieg im November nach einer Schätzung des Ifo-Instituts deutlich an, sie hat sich innerhalb eines Monats verdoppelt, so das Münchner Wirtschaftsinstitut. Ende Oktober seien demnach noch nur 76.000 Beschäftigte in Kurzarbeit gewesen, Ende November seien es hingegen bereits 187.000 gewesen.

Insbesondere energieintensive Branchen sowie die Automobilindustrie »greifen wieder vermehrt zur Kurzarbeit«, so Ifo-Wissenschaftler Sebastian Link. Das sei Folge der schwächeren Produktion in diesen Bereichen. In der Autoindustrie steig die Zahl der Kurzarbeiter von 14.000 auf mehr als 33.000. Die von Russlands Gaslieferstopp besonders stark gebeutelte Chemieindustrie meldet sogar eine Verdreifachung von bislang 7400 auf 21.000 Kurzarbeiterinnen.

Kein Vergleich zur Coronakrise

Bei Deutschlands Autobauern befand sich damit zuletzt ein Anteil von 3,5 Prozent aller Beschäftigten in Kurzarbeit, in der Chemie waren es 2,6 Prozent. Anteilsmäßig am stärksten betroffen ist allerdings der Bereich Textil, Leder und Papier mit 4,2 Prozent Kurzarbeitern. Ein Anstieg der Kurzarbeiterzahl gilt als Indikator für eine Verschlechterung der konjunkturellen Lage. Aktuell vollzieht sich dieser Anstieg allerdings noch immer auf einem verhältnismäßig geringen Niveau. Während der durch die Corona-Lockdowns ausgelösten Wirtschaftskrise war der Anteil der Kurzarbeiter deutlich höher.

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So waren im April 2020 etwa rund 6 Millionen Beschäftigte in Kurzarbeit. Das entsprach damals einem Anteil von 17,8 Prozent aller sozialversicherungspflichtig in Deutschland Beschäftigten. Auch vor einem Jahr, im November 2021, lag die Zahl der Kurzarbeiter mit 750.000 Personen deutlich höher, als zurzeit (die genauen Zahlen finden Sie hier ).

beb

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