Riesenzukauf in Spanien Anleger feiern Fusionspläne von Fresenius
Fresenius Medical Care AG in Stollberg
Foto: Jan Woitas/ picture alliance / dpaDie Übernahmepläne von Fresenius inspirieren die Anleger. Am Tag, nachdem der Medizinkonzern die größte Übernahme seiner Firmengeschichte bekannt gegeben hat, steigt die Aktie zeitweise um mehr als vier Prozent.
Durch die Fusion wird Fresenius nun auch in Spanien zum Klinikbetreiber. Für 5,76 Milliarden Euro kauft das Unternehmen aus Bad Homburg den spanischen Krankenhauskonzern Quirónsalud mit 43 Kliniken und 35.000 Mitarbeitern. Quirónsalud ist die größte private Klinikkette in Europa außerhalb Deutschlands. Fresenius erhofft sich in Spanien große Wachstumschancen.
Gut zwei Monate nach Amtsantritt setzt der neue Vorstandsvorsitzende Stephan Sturm damit das erste große Ausrufezeichen. Er hatte im Juli die Nachfolge von Ulf Schneider übernommen, der zum Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé gewechselt war.
Quirónsalud arbeitet profitabel, der Umsatz stieg in den vergangenen fünf Jahren aus eigener Kraft um je mehr als fünf Prozent. In Spanien ist die Konsolidierung auf dem Krankenhausmarkt noch nicht so weit fortgeschritten wie in Deutschland: Während hierzulande die fünf größten Betreiber 93 Prozent der privaten Kliniken besitzen, sind es in Spanien 25 Prozent.
Zur Finanzierung verschuldet sich Fresenius. Die Verbindlichkeiten werden vorübergehend gut dreimal höher als der operative Gewinn liegen. Die Anleger an der Börse scheint das nicht zu stören.