Galeria sichert sich neuen Kredit inmitten von Finanzproblemen - DER SPIEGEL
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Finanzprobleme Galeria sichert sich neuen Kredit

Die Kaufhauskette Galeria hat offenbar Schwierigkeiten, die Mieten ihrer Filialen zu zahlen. Nun soll ein Kredit helfen.
Galeria-Filiale am Alexanderplatz in Berlin: Miete nicht gezahlt
Galeria-Filiale am Alexanderplatz in Berlin: Miete nicht gezahlt

Galeria-Filiale am Alexanderplatz in Berlin: Miete nicht gezahlt

Foto: Arnulf Hettrich / IMAGO

Die Warenhauskette Galeria erhält einen neuen Kredit von ihrem Minderheitsgesellschafter Bain Capital, wie die Nachrichtenagentur dpa und das »Handelsblatt«  unter Berufung auf Galeria berichten. Die Zwischenfinanzierung soll demnach dabei helfen, die angespannte finanzielle Situation zu überbrücken.

Galeria erhält nach eigenen Angaben zehn Millionen Euro. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Investor Bain Capital einen Kredit gewährt. »Die Liquiditätslage zeigt harte Schwankungen«, sagte Galeria-Geschäftsführer Tilo Hellenbock. Er zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass sich die Lage wieder stabilisieren werde.

Mehrere Vermieter von Galeria beklagten kürzlich, dass die Mietzahlungen für April ausgeblieben seien. Betroffen ist unter anderem die Filiale am Berliner Alexanderplatz, deren Immobilie Commerz Real gehört.

Das Warenhausunternehmen räumte der Nachrichtenagentur dpa zufolge nun ein, die Vermieter aller 83 Filialen um eine Stundung der Mieten gebeten zu haben. Die Mietzahlungen, die eigentlich im März und April fällig gewesen wären, sollten in den Herbst verschoben werden, heißt es. Dies sei jedoch nicht von allen Vermietern akzeptiert worden.

Laut Galeria wurden die Mietzahlungen in den Verhandlungen in einigen Fällen zunächst gestoppt, sollen nun aber nachgeholt werden. Einige Vermieter, die eine Stundung akzeptiert haben, erhalten die Miete demnach im Herbst, zuzüglich Zinsen.

Weitere Filialschließungen möglich

Rund um Galeria gab es in den vergangenen Monaten bereits mehrfach Unruhe. Im Januar wurde Finanzchef Christian Sailer abberufen. Eine Begründung wurde nicht genannt. Im März gab das Unternehmen bekannt, die mittelfristig auslaufenden Mietverträge von acht Standorten neu zu verhandeln.

Galeria räumte dabei ein, dass weitere Filialschließungen möglich sind. »Sollte es nicht gelingen, eine für beide Seiten tragfähige Lösung zu erreichen, die allen Parteien eine langfristige Zukunft eröffnet, besteht auch die Möglichkeit von Schließungen«, teilte das Unternehmen mit.

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Für den Fall von Schließungen sollten vorsorglich schon Verhandlungen über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan für die betroffenen Filialen aufgenommen werden. Betroffen sind die Warenhäuser in München (Rotkreuzplatz), Berlin (Kurfürstendamm, Hermannplatz), Köln (Hohe Straße, Breite Straße), Mannheim, Braunschweig und Aschaffenburg.

Galeria betreibt derzeit 83 Filialen und beschäftigt rund 12.000 Menschen. Anfang 2024 hatte die Kette erneut Insolvenz müssen. Daraufhin wurden neun Häuser geschlossen. Anschließend wurde Galeria von der US-Investmentgesellschaft NRDC und dem Unternehmer Bernd Beetz übernommen. Beide verfügen zusammen über mehr als 90 Prozent der Anteile, sechs Prozent entfallen laut »Handelsblatt« auf Bain Capital.

Die Investoren Bernd Beetz und Richard Baker wurden als Retter des Warenhauses gefeiert. Doch die Geschäfte sind weit davon entfernt, zum Besuchermagnet zu werden. Mehr über die Zocker von Galeria lesen Sie hier .

kko/dpa