Jahreshoch: Dax steigt auf mehr als 5500 Punkte - DER SPIEGEL
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Jahreshoch Dax steigt auf mehr als 5500 Punkte

Der Dax im Höhenflug: Der Deutsche Leitindex ist am Montag auf ein Jahreshoch gestiegen. Vor allem positive Daten aus den USA und Asien trieben den Markt an.
Handelsraum der Deutschen Börse: Positive Vorgaben aus den USA und Asien
Handelsraum der Deutschen Börse: Positive Vorgaben aus den USA und Asien

Handelsraum der Deutschen Börse: Positive Vorgaben aus den USA und Asien

Foto: PAWEL KOPCZYNSKI/ REUTERS
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Frankfurt am Main - Die USA machen es vor: Angetrieben von sehr positiven Vorgaben der Börsen in Übersee sind die deutschen Aktien am Montag mit Kursgewinnen in den Handel gestartet. Der Leitindex Dax   kletterte erstmals seit Anfang Oktober 2008 wieder über die Marke von 5500 Punkten. Auch der MDax   legte zweitweise mehr als zwei Prozent auf mehr als 6800 Punkte zu. Der Technologiewerte-Index TecDax   stieg.

Händler verwiesen vor allem auf die Kursgewinne an den anderen Weltbörsen als Antrieb für die freundliche Entwicklung. Überraschend starke Daten vom US-Häusermarkt und Aussagen von Notenbankchef Ben Bernanke hatten die US-Börsen am Freitag angetrieben. Der Future auf den US-Leitindex gewann seit dem Xetra-Schluss am Freitag 0,81 Prozent. In Tokio schloss der Nikkei-225-Index  mehr als drei Prozent höher.

Im Dax stiegen BASF-Aktien   um zeitweise um mehr als zwei Prozent und gehörten damit zu den größten Gewinnern. Der Chef des Chemiekonzerns, Jürgen Hambrecht, hält den Versuch einer feindlichen Übernahme angesichts der niedrigen Bewertung seines Unternehmens an der Börse für möglich. Allerdings habe BASF für diesen Fall einen Abwehrplan erstellt, sagte Hambrecht der "Wirtschaftswoche". Daher sei eine feindliche Übernahme durch andere Unternehmen oder Investoren schwierig. "70 Milliarden Euro, also etwa das Doppelte des Börsenwertes, müssten die schon bezahlen. Das Geld muss erst mal hereinkommen, und die Banken müssten dafür Kredite zur Verfügung stellen." Ein Börsianer hatte die positive Kursreaktion bereits vorhergesagt: "Alleine die Wortwahl 'feindliche Übernahme' wird im bullishen Marktumfeld sicher gut ankommen", sagte er.

MAN-Aktien   kletterten mit einem Aufschlag von zeitweise mehr als sechs Prozent an die Dax-Spitze. Börsianer verwiesen auf charttechnische Gründe. Ein Händler verwies zudem auf das freundliche Umfeld: "Da MAN ein hohes Beta haben, die Aktien also traditionell stärker ausschlagen als der Markt selbst, dürften sie sich deutlich besser entwickeln als der Index."

Auch Titel der Deutschen Börse   gewannen hinzu. Der Börsenbetreiber ist Kreisen zufolge am Index-Geschäft von Dow Jones interessiert. "Es wird verhandelt, was man für die 33 Prozent am europäischen Index-Geschäft Stoxx bietet", sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Sonntag. Wie das "Wall Street Journal" berichtet hatte, sucht das im Jahr 2007 von Medienmogul Rupert Murdoch übernommene Unternehmen Dow Jones   nach Käufern für sein weltweites Aktienindex-Geschäft. Ein Händler verwies darauf, dass die Deutsche Börse und der Schweizer Börsenbetreiber Six Swiss Exchange jeweils bereits 33 Prozent an Stoxx halten und ein Vorkaufsrecht für die restlichen Anteile haben.

Im MDax rutschten Arcandor-Titel   zeitweise um knapp zehn Prozent ab. Die Anteilseigner des insolventen Handels- und Reisekonzerns - darunter Großaktionäre wie Madeleine Schickedanz und die Gesellschafter der Privatbank Sal. Oppenheim - werden bei der Verwertung des Unternehmens mit ziemlicher Sicherheit leer ausgehen. Das deutete Rolf Weidmann, Partner der mit der vorläufigen Insolvenzverwaltung beauftragten Kanzlei Görg, dem "Handelsblatt" an.

yes/dpa-AFX