Umstrittener Investor Insolvenzgericht erlässt Haftbefehl gegen Lars Windhorst
Lars Windhorst bei einem Termin in Kiel im März 2024: Ärger mit der Justiz
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Weil er bei einem Gerichtstermin fehlte, hat das Insolvenzgericht in Hannover einen Haftbefehl gegen den Investor Lars Windhorst erlassen. Das sagte eine Sprecherin des zuständigen Amtsgerichts Hannover. Windhorst soll in einem Insolvenzantragsverfahren gegen die Projekt IZ Hannover GmbH Mitwirkungspflichten nicht nachgekommen sein.
Unter anderem habe Windhorst, den das Gericht für den faktischen Geschäftsführer der GmbH hält, keine Auskunft gegeben und Schlüssel nicht herausgegeben. Einem Anhörungstermin am 22. April sei er zudem unentschuldigt ferngeblieben. Das Gericht erließ den Haftbefehl am 23. Mai.
Der Unternehmer hat gegen den Haftbefehl Beschwerde eingelegt, wie ein Sprecher von Windhorsts Tennor-Gruppe bestätigte. Der Haftbefehl sei ein »vom Gericht verhängtes Druckmittel«, das Windhorst zu einer Aussage bewegen solle, hieß es. Dieser halte den Vorwurf für falsch, er wolle seiner Mitwirkungspflicht nicht nachkommen. Darüber werde mit dem Gericht und dem Insolvenzverwalter zu sprechen sein.
Auf Rückfrage teilte ein Sprecher des Amtsgerichts mit, dass die Beschwerde gegen den Haftbefehl keine aufschiebende Wirkung habe. Das bedeute, Windhorst könne von einem Gerichtsvollzieher, das ist ein Justizbeamter, verhaftet werden. Es sei möglich, dass Windhorst bis zu drei Wochen in ein Gefängnis müsse.
Der Haft könne er entgehen, wenn er die Mitwirkungspflichten erfülle, also beispielsweise seine Bereitschaft erkläre, in dem Verfahren mit dem Gericht zusammenzuarbeiten.
Der Projekt IZ Hannover GmbH sollen laut Gericht 83 Prozent des Ihme-Zentrums in Hannover gehören. Das Ihme-Zentrum ist ein Wohn- und Bürokomplex am Ufer der Ihme im Stadtteil Linden. Es gilt seit Jahren als sanierungsbedürftig.
CDU-Ministerpräsident Günther attackiert Windhorst
Am Mittwoch ist eine Pressekonferenz Windhorsts in Flensburg angekündigt, bei der über die Situation der Werft Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG) gesprochen werden soll. Die FSG ist im Besitz von Windhorst und nach Angaben der Staatskanzlei in Kiel einer der größten industriellen Arbeitgeber im nördlichen Teil von Schleswig-Holstein. 2021 wurde die Nobiskrug-Werft von FSG übernommen. Zusammen haben die FSG und Nobiskrug rund 600 Beschäftigte.
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hatte beim Besuch der angeschlagenen Nobiskrug-Werft die Geschäftspolitik des Eigentümers Windhorst kritisiert. Von den Versprechen, die Windhorst im März dieses Jahres gegeben habe, sei bis heute keins eingehalten worden, sagte der CDU-Politiker am Montag in Rendsburg. So hätte der Eigentümer etwa sicherstellen sollen, dass die Gehälter der Beschäftigten der Werft für zwölf Monate im Unternehmen bereitstünden. Dies ist nach Günthers Angabe jedoch nicht geschehen. Ebenfalls habe Windhorst bis zum Mai 2024 an den Werftstandorten in Rendsburg wie in Flensburg einen neuen Geschäftsführer benennen wollen. Es gebe dort aber bisher noch keine Geschäftsführung.