Lufthansa erhält Zuschlag für portugiesische Airline TAP - DER SPIEGEL
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Einstieg bei Fluggesellschaft Lufthansa erhält Zuschlag für portugiesische TAP

Die Lufthansa kann bei der portugiesischen Fluggesellschaft TAP einsteigen. Die deutsche ​Airline erhält den Zuschlag für einen Anteil von 44,9 Prozent und ‌hat sich damit gegen den Rivalen Air France-KLM durchgesetzt.
Flugzeuge von Lufthansa und TAP am Flughafen München
Flugzeuge von Lufthansa und TAP am Flughafen München

Flugzeuge von Lufthansa und TAP am Flughafen München

Foto: Ardan Fuessmann / IMAGO

Die Lufthansa steht vor dem Einstieg bei der portugiesischen Fluggesellschaft TAP. Die Regierung in Lissabon wählte den deutschen Luftfahrtkonzern als bevorzugten Partner für den Erwerb von 44,9 Prozent der staatlichen Airline aus, wie Ministerpräsident Luís Montenegro mitteilte. Für diese Anteile habe die Lufthansa ein Gebot von 1,2 Milliarden Euro abgegeben, sagte er. Der Betrag soll ohne Aktienpakete gezahlt werden.

Die deutsche Airline habe sich damit gegen den Rivalen Air France-KLM durchgesetzt. Das Angebot der Lufthansa sei 16 ​Prozent höher gewesen als das von Air France-KLM, erklärte Montenegro.

Portugal ⁠will die in der Coronakrise 2020 verstaatlichte Fluggesellschaft wieder teilprivatisieren und hat den Prozess im Juli 2025 neu gestartet. Air France-KLM ‌und die Lufthansa hatten im September ihre ​endgültigen Gebote ‌für die Beteiligung eingereicht und auf Druck der Regierung in Lissabon ihre Offerten noch einmal nachgebessert. Nach Ansicht der Regierung muss die Fluggesellschaft Teil eines Luftfahrtkonzerns werden, da ‌EU-Beihilferegeln weitere staatliche Hilfen verbieten.

Portugal behält Mehrheit

Der portugiesische Staat behält nach der geplanten Teilprivatisierung die Mehrheit an der Tap mit ihren mehr als 100 Flugzeugen und rund 9400 Mitarbeitern. Bis zu fünf Prozent der Anteile sind für die Beschäftigten vorgesehen. Nicht von ihnen erworbene Anteile können zusätzlich an den ausgewählten Investor gehen.

Der Zuschlag bedeutet noch längst nicht den Abschluss des Verkaufs. Nach den abschließenden Vertragsverhandlungen sind weitere Genehmigungen erforderlich. Die wettbewerbsrechtliche Prüfung durch die EU-Kommission könnte nach Einschätzung der portugiesischen Regierung 18 bis 24 Monate dauern. Der Abschluss des Geschäfts wird deshalb erst 2028 erwartet.

TAP-Verbindungen nach Südamerika und Afrika

Für die Lufthansa ‌sind vor allem Verbindungen nach Lateinamerika interessant, insbesondere nach Brasilien. Lissabon soll als Drehkreuz gestärkt werden und die nationale Identität der Airline TAP wie bei anderen Töchtern der Gruppe gewahrt bleiben, hatte der Konzern in der Vergangenheit erklärt. Über seine Wartungstochter Lufthansa Technik baut der deutsche Konzern zudem eine Reparatur- und Wartungsanlage im portugiesischen Santa Maria da Feira. Dort sollen rund 700 Arbeitsplätze entstehen.

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TAP ist zudem ‌wegen ihrer Verbindungen in das portugiesischsprachige Afrika und in die USA attraktiv.

Ende Juni betrieb TAP eine aktive Flotte von 101 Flugzeugen, die weltweit 93 Ziele bedienten: ‌52 in Europa, 16 in Süd- ​und Mittelamerika, 14 in Afrika und elf ‌in Nordamerika. Im ersten Halbjahr 2026 beförderte TAP mit 8,2 Millionen ‌Passagieren so viele ​Fluggäste wie nie zuvor. Zugleich kletterten die operativen Erlöse um 4,3 Prozent auf 2,04 Milliarden Euro – ebenfalls ein Höchstwert. ​Allerdings weitete sich der Nettoverlust im ersten ⁠Halbjahr von 70,7 Millionen Euro im Vorjahr ​auf 99,2 ​Millionen Euro aus, was vor allem auf gestiegene Kerosinkosten zurückzuführen war.

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Air France-KLM hat sich zuvor bei der skandinavischen SAS den Zuschlag für eine Mehrheit gesichert. Während Lufthansa zuletzt eine Minderheit von 41 Prozent an der italienischen Ita übernommen und bereits Optionen gezogen hat, um im kommenden Jahr auf 90 Prozent aufzustocken. Im MDax-Konzern Lufthansa sind zudem die früheren Staatsairlines der Schweiz, Österreichs und Belgiens integriert.

kim/dpa/Reuters