Übernahme durch LVMH Verkauf von Juwelier Tiffany wackelt
Michel Euler / AP
Bernard Arnault hatte es sich so schön ausgemalt. Der französische Milliardär sprach bei der Zustimmung der Aktionäre seines LVMH-Konzerns zur Übernahme von Tiffany bereits von der Möglichkeit, ein neues Unternehmen mit Kultstatus zu schaffen. Doch nun steht die Übernahme des legendären New Yorker Juweliers durch den französischen Luxusgüterkonzern vor großen Problemen, Tiffany kündigt bereits eine Klage gegen LVMH an.
Das französische Unternehmen um die Taschen- und Schmuckmarke Louis Vuitton hat nämlich überraschend mitgeteilt, es sei derzeit "nicht in der Lage", die Übernahme abzuschließen.
Hintergrund ist offenbar der Handelsstreit zwischen der EU und den USA. LVMH wurde nach eigenen Angaben darüber informiert, dass eine Besteuerung französischer Produkte in den USA drohe. Zudem habe LVMH einen Antrag von Tiffany zur Kenntnis genommen, demzufolge die Frist für den geplanten Zusammenschluss bis 31. Dezember 2020 verlängert werden soll. Bislang sei vorgesehen gewesen, die Transaktion spätestens am 24. November abzuschließen.
Aktienkurse beider Unternehmen im Minus
Der von Bernard Arnault geleitete LVMH-Konzern besitzt mehr als 70 Luxusmarken, darunter Louis Vuitton, Moët Chandon und Bulgari. Die Übernahme wäre der teuerste Deal in der Geschichte von LVMH. Die Nachricht von den Problemen ließ die Aktien beider Unternehmen fallen. Tiffany-Anteilsscheine sackten im vorbörslichen US-Handel zunächst um rund 15 Prozent ab und lagen zuletzt noch rund 8 Prozent im Minus. Die LVMH-Papiere verloren in Paris rund 1 Prozent.
Beide Unternehmen hatten das Geschäft für die Rekordsumme von gut 16 Milliarden Dollar (rund 13,6 Milliarden Euro) im vergangenen November vereinbart. Doch nun teilte der französische Luxuskonzern nach einer Verwaltungsratssitzung mit, "eine Serie von Ereignissen" erschwere den Abschluss.
LVMH beruft sich auf einen Brief des französischen Außenministeriums, das den Konzern aufrufe, "die Übernahme von Tiffany auf nach den 6. Januar 2021 zu verschieben". Tiffany drängt darauf, das Geschäft spätestens bis zum Jahresende abzuschließen.
Mit der angekündigten Klage will Tiffany die Franzosen dazu verpflichten, die vereinbarte Transaktion durchzuziehen. Der New Yorker Schmuckhersteller ist spätestens seit dem Hollywoodfilm "Frühstück bei Tiffany's" mit Audrey Hepburn von 1961 weltbekannt.