Rickmers Reederei muss Insolvenz - DER SPIEGEL
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Schifffahrt Reederei Rickmers kündigt Insolvenz an

Die Hamburger Reederei Rickmers ist pleite. Die HSH Nordbank hat ihre Zustimmung zum Sanierungskonzept überraschend verweigert und dreht den Geldhahn zu.
Museumsschiff Rickmer Rickmers
Museumsschiff Rickmer Rickmers

Museumsschiff Rickmer Rickmers

Foto: FABIAN BIMMER/ AFP
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Die Hamburger Reederei Rickmers muss einen Insolvenzantrag stellen. Die HSH Nordbank habe die Kreditanträge der Reederei zurückgewiesen und die Zustimmung zum Sanierungskonzept verweigert, teilte die Rickmers Holding mit.

Im Verlauf des Insolvenzverfahrens strebe der Vorstand eine Sanierung in Eigenverwaltung an und will den Schiffbetrieb weiter fortsetzen. Die HSH Nordbank kämpft als einst weltweit größter Schiffsfinanzierer selbst mit den Folgen der Schifffahrtskrise.

Eigentlich sollten an diesem Donnerstag die Gläubiger zusammenkommen, um über das Sanierungskonzept für das schwer angeschlagene Unternehmen zu beraten. Doch die Abstimmung über das Sanierungskonzept ist mit der Entscheidung der HSH Nordbank hinfällig.

"Der HSH-Vorstand hat das Rickmers-Sanierungskonzept sorgfältig geprüft und erachtet dieses als betriebswirtschaftlich nicht tragfähig", sagte ein Banksprecher am Abend. Die kriselnde HSH kämpft als einst weltgrößter Schiffsfinanzierer selbst mit den Folgen der Branchenkrise. Auf die Frage, ob die Bank wegen der Rickmers-Pleite ihre Risikovorsorge erhöhen müsse, sagte der Sprecher, die HSH sei auf die Situation gut vorbereitet. Er verwies darauf, dass das Institut die Vorsorge für notleidende Kredite in der Schifffahrtsbranche allein 2016 um rund zwei Milliarden Euro aufgestockt habe.

Die Reederei Rickmers hat in Hamburg eine lange Tradition - schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist das Unternehmen im Reederei- und Werftengeschäft tätig. Zuletzt war das Unternehmen mit 114 Schiffen auf den Weltmeeren unterwegs, hatte mehr als 2000 Mitarbeiter und machte einen Umsatz von beinahe 500 Millionen Euro im Jahr. Doch das Unternehmen geriet in eine schwere Krise: Im vergangenen Geschäftsjahr machte die Firmengruppe einen Verlust von 341 Millionen Euro.

hej/Reuters