Türöffner für Rüstungsdeals Rheinmetall steigt ins Ölgeschäft ein
Rheinmetall-Foto: Der Konzern liefert unter anderem Soldatenausstattungen für die Bundeswehr
Foto: RheinmetallDüsseldorf - Der Rüstungskonzern Rheinmetall will Teile des Industriedienstleisters Ferrostaal übernehmen. Der Bereich Oil & Gas von Ferrostaal solle in eine Gemeinschaftsfirma ausgegliedert werden, an der Rheinmetall die Hälfte halte, sagte Rheinmetall-Chef Armin Papperger dem "Handelsblatt". Die Sparte liefert und installiert unter anderem Gasförderanlagen und baut auch Pipelines und Pumpstationen. "Wir können uns vorstellen, zu einem späteren Zeitpunkt auch die Mehrheit zu übernehmen", sagte der Manager.
Die neue Strategie soll vor allem Rheinmetalls Rüstungsgeschäft nützlich sein. "Mit dem Joint Venture mit Ferrostaal beschleunigen wir unseren Einstieg in wichtigen Märkten in Südamerika sowie dem Mittleren Osten und Nordafrika", sagte Papperger. Man erhalte schneller Zugang zu den dortigen Entscheidungsträgern, denn die Ansprechpartner für Rüstungs- und Ölgeschäfte seien auf politischer Seite oft identisch. "Unser Geschäft besteht aus Kontakten, und diese aufzubauen, dauert Jahre. Mit dem Joint Venture wird es schneller gehen", sagte Papperger.
Vorbild sind laut "Handelsblatt" die Briten und Amerikaner, die im Nahen Osten ebenfalls das Öl- und Waffengeschäft eng miteinander verzahnt haben. Die Blaupause sei der US-Konzern Halliburton: Die Texaner mit Zweitsitz in Dubai liefern Ausrüstung für die Öl-und Gasindustrie und sind zudem Dienstleister und Zulieferer für Militärs der gesamten Region.
Hauptstandort des Gemeinschaftsunternehmens Rheinmetall International Engineering soll das hessische Geisenheim sein. Das Unternehmen startet dort laut Rheinmetall-Mitteilung mit rund 200 Mitarbeitern, bisher hauptsächlich Beschäftigte von Ferrostaal. Die Wettbewerbsbehörden müssen dem Joint Venture noch zustimmen.