"Ein erfolgreiches Jahr" Rocket Internet verringert Verlust
Rocket-Internet-Chef Oliver Samwer
Foto: Hannibal Hanschke / ReutersRocket Internet will im laufenden Jahr mit bestimmten Beteiligungen in die Gewinnzone kommen, hält sich aber mit konkreten Vorhersagen zurück. "Für 2018 erwarten wir weitere Fortschritte", sagte Rocket-Internet-Chef Oliver Samwer. Er legte sich jedoch nicht fest, ab wann welche Beteiligung Geld verdienen soll. "Die meisten Firmen sind stark genug, dass sie ihre eigenen Ziele formulieren", sagte er. "2017 war ein erfolgreiches Jahr."
Die Start-up-Beteiligungsfirma war aber an dem Ziel gescheitert, drei ihrer Unternehmen in die Gewinnzone zu bringen. Der Kochboxen-Versender Hellofresh und der Essenslieferdienst Delivery Hero kündigten in den vergangenen Wochen an, in diesem Jahr schwarze Zahlen im laufenden Geschäft erreichen zu wollen. Beide Unternehmen sind seit vergangenem Jahr börsennotiert.
Die beiden Aktienmarktdebüts brachten Rocket viel Geld. Ende März hatte das Unternehmen 2,7 Milliarden Euro auf der hohen Kante. Pläne für konkrete Investments nannte Rocket-Internet-Chef Samwer nicht.
Die großen Beteiligungen von Rocket Internet sind im vergangenen Jahr deutlich gewachsen. Der Umsatz von Hellofresh, dem Möbelversand Home24, der Global Fashion Group, Westwing und der größten afrikanischen Online-Plattform Jumia kletterte insgesamt um 28 Prozent auf 2,64 Milliarden Euro.
Sie machten aber im laufenden Geschäft - beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Wertminderungen und Abschreibungen - einen Verlust von 315 Millionen Euro. Das sind 44 Millionen Euro weniger als 2016.
Konzernverlust deutlich eingedämmt
Rocket Internet gründet Firmen oder investiert in junge Unternehmen, vor allem im Handel und bei Dienstleistungen. Bekanntestes Beispiel ist der Modehändler Zalando , dem 2014 der Sprung in die Gewinnzone gelang. Auf einen erneuten Erfolg dieser Größenordnung wartet Rocket bislang vergeblich.
Insgesamt hatte Rocket Internet zum Jahreswechsel 89 Tochtergesellschaften, 35 weniger als ein Jahr zuvor. Der Umsatz der Rocket Internet SE selbst sank nach Verkäufen von Beteiligungen von 50,4 Millionen Euro auf 36,8 Millionen Euro. Den Verlust bezifferte der Konzern auf 6 Millionen Euro nach 741,5 Millionen Euro im Vorjahr. Der extreme Rückgang hing unter anderem mit dem Verkauf von Delivery-Hero-Aktien und des Online-Händlers Lazada zusammen.
Im März war Rocket in den MDax aufgestiegen. Großaktionäre sind die Brüder Marc, Oliver und Alexander Samwer. Der Aktienkurs der Rocket Internet SE gab am Freitag zunächst nach. Das Papier notierte bei gut 25 Euro - weit entfernt vom Ausgabepreis von 42,50 Euro im Oktober 2014.