RWE meldet 2,8 Milliarden Euro Verlust für 2013 - DER SPIEGEL
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Milliardenverlust RWE meldet schlechtestes Ergebnis der Nachkriegszeit

Die Umbrüche am Strommarkt treffen RWE hart. Der Essener Energieversorger meldet einen Nettoverlust von fast 2,8 Milliarden Euro. Es ist das erste Minus seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Der Ausblick für 2014 ist düster.
RWE-Zentrale in Essen: Mieses Ergebnis
RWE-Zentrale in Essen: Mieses Ergebnis

RWE-Zentrale in Essen: Mieses Ergebnis

Foto: Bernd Thissen/ picture alliance / dpa
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Hamburg - Jetzt ist es offiziell: Der Energiekonzern RWE hat im vergangenen Jahr einen Nettoverlust von 2,76 Milliarden Euro verbucht. Das teilte das Unternehmen am Dienstag in Essen mit . Der SPIEGEL hatte über das schlechte Ergebnis bereits in der vergangenen Woche berichtet. Im Vorjahr hatte RWE noch 1,3 Milliarden Euro verdient.

Hauptgrund für RWEs Misere ist ein Gewinneinbruch im Kerngeschäft: dem Verkauf von Elektrizität. Auf diesem Markt wächst das Überangebot. Einerseits erzeugen Wind-, Solar- und Biogasanlagen immer mehr Strom, andererseits laufen alte Kraftwerke einfach weiter. Die Folgen: ein Stromüberangebot - und sinkende Preise. RWE trifft das hart. Der Konzern produziert allein in Deutschland pro Jahr gut 150 Millionen Megawattstunden Strom. Der Betriebsgewinn in RWEs Kraftwerksparte sank um fast 60 Prozent.

2013 musste RWE Wertberichtigungen im Volumen von 4,8 Milliarden Euro auf seine Gas- und Kohlekraftwerke in Europa vornehmen. Auch das um Abschreibungen bereinigte nachhaltige Nettoergebnis sank -von knapp 2,5 auf 2,3 Milliarden Euro. Dabei wurde das Geschäftsjahr 2013 sogar noch von einem positiven Effekt gestützt: Der russische Gasriese Gazprom hatte für zu teure Gaslieferkonditionen eine einmalige Entschädigung in Milliardenhöhe gezahlt.

Der Ausblick für 2014 ist schlecht. Da Strom bis zu drei Jahre im Voraus verkauft wird, schlagen die Preiseinbrüche erst nach und nach durch. Im kommenden Jahr dürften die Erlöse pro Megawattstunde um gut zehn Euro sinken, hieß es schon im Halbjahresbericht des Konzerns. RWE geht daher auch in diesem Jahr von einem deutlichen Ergebnisrückgang aus. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen werde wohl auf 7,6 bis 8,1 Milliarden fallen, das für die Dividende entscheidende nachhaltige Nettoergebnis auf 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro sinken. 2015 könnte das Minus sogar noch größer ausfallen.

Erfolge beim Sparen - aber kein neues Geschäftsmodell

Konzernchef Peter Terium macht für den Ergebnisrückgang vor allem die Energiepolitik der Bundesregierung verantwortlich. Kritiker dagegen werfen ihm vor, außer Sparen keine unternehmerische Lösung für die Probleme des Konzerns zu entwickeln. "Die beste Beschäftigungssicherung ist ein neues, funktionierendes Geschäftsmodell", sagte Michael Vassiliadis, der Vorsitzende der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), am Montag SPIEGEL ONLINE. "Terium muss endlich eine Strategie entwickeln, die übers Jammern hinausgeht."

Da die Verschuldung hoch ist, ist der Spielraum dafür allerdings eng. Zurzeit setzt RWE dennoch aufs Sparen: Die Dividende wurde auf einen Euro halbiert, erneut werden Arbeitsplätze abgebaut. Immerhin meldete der Konzern am Dienstag bei seinem Sparprogramm einen Erfolg. Die bisherigen Schritte zur Kostensenkung haben ein Jahr früher als erwartet einen Beitrag von einer Milliarde Euro zum Betriebsergebnis beigesteuert. Bis 2016 sollen abzüglich Kosten und Währungsschwankungen insgesamt 1,5 Milliarden Euro eingespart sein.

Beim angestrebten Verkauf der Ölfördertochter Dea - einem wichtigen Schritt zur Reduzierung der Schuldenlast - gibt sich das Unternehmen vorsichtig: Die Trennung ist in der Prognose für 2014 nicht enthalten. RWE-Chef Peter Terium sagt im Geschäftsbericht, dass ein Verkauf in diesem Jahr ein "realistisches Ziel" sei. Es komme aber auf den angebotenen Preis an. Derzeit haben nur wenige Käufer ein verbindliches Gebot für die Dea abgegeben.

ssu/dpa/Reuters