Samsung: Patentabkommen mit Google und Ericsson - DER SPIEGEL
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Patentabkommen Samsung bildet mächtige Allianz gegen Apple

Nach jahrelangem Gerangel um Patente sucht Samsung den Schulterschluss mit den Rivalen Ericsson und Google. Die daraus entstehende mächtige Allianz dürfte besonders Apple Probleme bereiten.
Samsung-Schaufenster in Seoul: Erbitterter Streit um Patente in der Branche
Samsung-Schaufenster in Seoul: Erbitterter Streit um Patente in der Branche

Samsung-Schaufenster in Seoul: Erbitterter Streit um Patente in der Branche

Foto: AP/dpa
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Seoul/Stockholm - Nach jahrelangem Patentstreit beschließen drei Branchengrößen Frieden. Samsung verbündet sich mit Google und Ericsson. Das Ziel: Der Austausch von Erfindungen. Damit stärkt der südkoreanische Smartphone-Marktführer seine Position kurz vor dem nächsten großen Patentprozess gegen Apple.

Den Frieden mit dem schwedischen Netzausrüster Ericsson lässt sich Samsung allerdings viel Geld kosten. Er sieht eine Sonderzahlung und fortlaufende Lizenzgebühren vor. Der Ericsson-Gewinn im vierten Quartal 2013 werde dadurch um 3,3 Milliarden Kronen (knapp 375 Millionen Euro) aufgebessert, teilte das Unternehmen am Montag mit. Dafür werden alle laufenden Prozesse eingestellt.

Noch wichtiger könnte für Samsung auf Dauer eine Kooperation mit Google sein, die ebenfalls am Montag bekanntgegeben wurde. Die beiden Unternehmen wollen sich in den kommenden zehn Jahren gegenseitig Zugang zu ihren Erfindungen gewähren. Samsung ist der führende Anbieter von Telefonen und Tablets mit dem Google-Betriebssystem Android.

Im März großer Prozess gegen Apple

In der Mobilfunk-Branche tobt seit Jahren ein erbitterter Streit um Patente. Mehrere Unternehmen klagen in verschiedenen Ländern gegeneinander. Dabei geht es um Nutzungsgebühren. Zudem werfen sich die Konzerne oft gegenseitig vor, Erfindungen des jeweils anderen kopiert zu haben. Apple hatte Samsung im Frühjahr 2011 mit dem Vorwurf des Ideenklaus verklagt und damit den weltweiten Konflikt losgetreten.

Im März soll der zweite große Patentprozess von Samsung und Apple in Kalifornien starten. Dabei soll es auch um neuere Geräte wie Samsungs Galaxy S4 und Apples iPhone 5 gehen. Bis zum 17. Februar sind auf Druck des Gerichts neue Verhandlungen der Konzernchefs geplant. Apple und Samsung stimmten zu, dass ein Vermittler bei der Runde dabei sein soll. Mehrere bisherige Gesprächsrunden waren erfolglos geblieben.

Beim ersten Prozess in Kalifornien hatten Geschworene festgestellt, dass Samsung diverse Apple-Patente verletzt habe. Sie sprachen dem iPhone-Konzern nach jüngstem Stand Schadensersatz in Höhe von knapp einer Milliarde Dollar zu. Samsung hat das Urteil aber angefochten.

Patente werden mit Ericsson geteilt

Samsung und Ericsson wollen nun Patente für Netze und Geräte der Mobilfunk-Standards GSM, UMTS und LTE miteinander teilen. Solche Patente spielten eine große Rolle bei den Klagen von Samsung gegen Apple. Allerdings bekamen die Südkoreaner deswegen Ärger mit Wettbewerbshütern in Europa und den USA. Danach fuhren sie die Klagen mit Patenten, die zum Grundstock von Standards gehören, drastisch zurück. Diese grundlegenden Erfindungen müssen Unternehmen untereinander zu akzeptablen Bedingungen lizenzieren.

Google bekam im vergangenen Jahr allein in den USA 1851 Patente zugesprochen, wie aus einer Rangliste des Datenbanken-Anbieter IFI Claims Patent Services hervorgeht.

yes/dpa