Traton Aktie der VW-Lastwagentochter verliert zum Börsenstart
Traton-Chef Andreas Renschler kurz nach Börsenstart: Am Ende des ersten Handelstags steht ein Verlust
Foto: Boris Roessler/DPADie VW-Lastwagensparte Traton ist nun an der Börse - doch am ersten Tag hatten die Anleger noch wenig Grund zur Freude. Die Aktien der Lkw- und Bustochter starteten an der Frankfurter Börse auf Höhe des Ausgabepreises von 27 Euro in den Handel. Zwar stiegen sie zunächst leicht an, gerieten dann aber unter Verkaufsdruck. Am Ende des ersten Handelstags stand der Kurs bei 26,45 Euro, also rund zwei Prozent unter dem Ausgabepreis.
Schon im Vorfeld lief es nicht so erfolgreich wie erhofft. Mit gut 1,5 Milliarden Euro flossen knapp 400 Millionen Euro weniger in die Kasse des Autobauers als ursprünglich maximal erhofft. Die Preisspanne hatte nämlich zunächst bei 27 bis 33 Euro gelegen. Am Donnerstagabend hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass der Platzierungspreis für die insgesamt 57,5 Millionen Aktien aus dem eigenen Bestand auf 27 Euro je Stück festgesetzt worden sei.
Auch die darauf basierende Marktkapitalisierung von 13,5 Milliarden Euro liegt am unteren Ende der ursprünglichen Spanne von 13,5 bis 16,5 Milliarden Euro. Der anfängliche Streubesitz von 11,50 Prozent entspricht hingegen den Planungen. Der Börsengang in Frankfurt und in Stockholm gilt als ein wichtiger Baustein in den Plänen von VW-Chef Herbert Diess, den Wert des Konzerns zu steigern.
Zu Traton gehören die Hersteller Scania, MAN und die brasilianische Nutzfahrzeugtochter Volkswagen Caminhões e Ônibus. Das Unternehmen verkaufte im vergangenen Geschäftsjahr weltweit 233.000 Nutzfahrzeuge und erzielte einen Umsatz von 25,9 Milliarden Euro. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern lag bei 1,7 Milliarden Euro.
Im März noch hatte VW die Pläne wegen des damals schwierigen Marktumfelds vorerst auf Eis gelegt. Der Konzern wollte die Anteile an der Sparte mit den großen Nutzfahrzeugen nicht unter Wert abgeben. Aus Sicht der Beratungsfirma EY hat sich der weltweite Markt für Börsengänge nach einem sehr schwachen Jahresauftakt im zweiten Quartal deutlich erholt. Den Traton-Börsengang bezeichnete das Unternehmen als den weltweit fünftgrößten seit Jahresbeginn.