Bauchspeicheldrüsenkrebs: Ema gibt grünes Licht für Daraxonrasib - DER SPIEGEL
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Prüfung im beschleunigten Verfahren Europäische Arzneimittelbehörde empfiehlt Zulassung für neues Medikament gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs

Die Ema gibt grünes Licht für Daraxonrasib für Erwachsene mit metastasiertem Bauchspeicheldrüsenkrebs. Das Medikament macht Hoffnung auf Fortschritte im Kampf gegen eine der tödlichsten Krebsarten.
Neues Medikament gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs: 20.000 Erkrankungen in Deutschland pro Jahr
Neues Medikament gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs: 20.000 Erkrankungen in Deutschland pro Jahr

Neues Medikament gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs: 20.000 Erkrankungen in Deutschland pro Jahr

Foto: Galina Zhigalova / Moment / Getty Images

Die europäische Arzneimittelbehörde Ema hat die Zulassung eines Medikaments gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs in der EU empfohlen . Das Mittel Daraxonrasib werde für Erwachsene mit metastasiertem Bauchspeicheldrüsenkrebs empfohlen, die zuvor mindestens eine andere Behandlung erhalten haben, wie die Behörde mitteilte.

Patienten, deren Erkrankung sich nach einer vorherigen Behandlung verschlechtert habe, hätten eine schlechte Prognose und nur begrenzte Behandlungsmöglichkeiten, heißt es in der Mitteilung weiter. Angesichts der Schwere der Erkrankung und der begrenzten Wirksamkeit und der Nachteile der Standard-Chemotherapie bestehe ein Bedarf an besseren Behandlungsmöglichkeiten.

Der Hersteller Revolution Medicines vertreibt das Mittel unter dem Namen »Rasonque«, in den USA ist es bereits für Patienten mit metastasiertem Bauchspeicheldrüsenkrebs unter bestimmten Bedingungen zugelassen. Wie schnell es in Deutschland zum Einsatz kommen kann, hängt nun von der EU ab. Die Europäische Kommission muss nach der Empfehlung der Ema die offizielle Marktzulassung erteilen.

Unspezifische Symptome am Anfang

In Deutschland erkranken dem Krebsinformationsdienst und dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge jedes Jahr rund 20.000 Menschen an Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom). Die Krebsart ist eine der tödlichsten: Dem Zentrum für Krebsregisterdaten des RKI zufolge lebt fünf Jahre nach der Diagnose nur noch rund jeder Zehnte. Oft spüren Betroffene in den frühen Stadien demnach keine oder nur unspezifische Symptome, sodass der Tumor häufig erst spät erkannt wird.

In einer Phase-III-Studie mit 500 Patienten überlebten Erkrankte, deren Zustand sich nach einer anderen Therapie verschlechtert hatte, mit dem Mittel Daraxonrasib etwa doppelt so lange wie Patienten, die mit einer Chemotherapie behandelt wurden – der Ema zufolge nämlich im Median 12,4 Monate statt 6,7 Monate. Daraxonrasib hemmt mutierte Varianten eines Proteins, die in der Zelle Teilungsprozesse anstoßen und das Wachstum von Tumoren beschleunigen. Eine Heilung ist nicht zu erwarten.

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Die Ema hat das Mittel in einem beschleunigten Verfahren geprüft, das zum Einsatz kommt, wenn ein Mittel das Potenzial hat, einen dringenden medizinischen Bedarf zu erfüllen. Dabei werden verfügbare Daten bereits vor der Einreichung des vollständigen Zulassungsantrags bewertet.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte war am Prüfungsverfahren beteiligt. Der Präsident des Instituts, Karl Broich, erklärte: »Für Patientinnen und Patienten mit schweren Erkrankungen ist entscheidend, dass medizinische Innovationen möglichst schnell verfügbar werden. ›Rasonque‹ zeigt, dass wir im europäischen Zulassungssystem in der Lage sind, bei hohem medizinischem Bedarf Verfahren deutlich zu beschleunigen, ohne Abstriche bei der wissenschaftlichen Bewertung zu machen.«

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung dieses Artikels hieß es in der Überschrift, die Ema empfehle das neue Medikament. Richtig ist, dass die Behörde die Zulassung des Medikaments in der EU empfiehlt. Wir haben die Überschrift korrigiert.

sol/dpa