Geometrie-Rätsel: Fünf Theorien fürs Dürer-Polyeder
Theorie 5 Dürer verdrängt da was
Sigmund Freud: Würfel als Symbol der Männlichkeit
Foto: Hans Casparius/ Getty ImagesDürer verdrängt etwas - das ist ganz klar meine Lieblingstheorie, auch wenn sie womöglich nicht ganz Ernst gemeint ist. Sie stammt von dem US-Mathematiker und Künstler George Hart, der eine wunderbare Webseite über Polyeder geschaffen hat. Über Dürers Polyeder sagt er: "Man könnte spekulieren, dass der Würfel Männlichkeit symbolisiert und dass das Abschneiden der Spitze in aufgestellter Position eine Freudsche Bedeutung hat."
Die Zuordnung eines Geschlechts bei Polyedern geht übrigens auf Johannes Kepler zurück . Er nennt Polyeder mit mehr Ecken als Seitenflächen männlich und jene mit mehr Flächen als Ecken weiblich. Ein Würfel (acht Ecken, sechs Flächen) gilt demnach als männlich. Die Dualität von Polyedern ist dann eine Ehe. Den Dualkörper eines Polyeders konstruiert man, indem man die Mittelpunkte seiner benachbarten Seitenflächen miteinander verbindet - siehe Grafik unten. Auf diese Weise entsteht beispielsweise aus einem männlichen Würfel ein weibliches Oktaeder.
Konstruktion der Dualkörper: Verbindet man die Mittelpunkte der Seitenflächen eines Platonischer Körper, erhält man seinen Dualkörper.
Foto: Konrad Polthier/ FU Berlin