Elementarteilchen Wenn der Heiland keine halben Sachen macht
Kennen Sie Konnersreuth? Das Dörfchen in der Oberpfalz, unweit der tschechischen Grenze, ist keine 400 Einwohner groß – und doch pilgern dort jeden Monat rund hundert Menschen singend und mit Kerzen in der Hand zum Friedhof. Ihr Ziel: Das Grab einer Bauernmagd, die vor genau hundert Jahren aufgehört haben soll, zu essen und zu trinken. Und dann angeblich noch 36 Jahre gelebt hat.
Votivtafeln in der »Resl-Kapelle« in Konnersreuth: Dank für Beistand und Fürsorge
Foto:Uta Poss / picture alliance
Mein Kollege Guido Kleinhubbert hat sich mit der Geschichte der Theres Neumann, genannt Resl, beschäftigt. Wie es heißt, hat sie vom Karfreitag 1926 bis zu ihrem Tod im September 1962 nur noch von der täglichen Hostie bei der Kommunion gelebt. Damit ihr das Trockengebäck nicht im Rachen pappen blieb, habe es zunächst ein Löffelchen voll Wasser dazu gegeben, heißt es. Ab 1927 habe sie sogar auf diesen dürftigen Trunk verzichtet.
Der Resl, so erfuhr Guido, soll das Dauerfasten nicht geschadet haben. Als sie im Alter von 64 Jahren an einem Herzinfarkt starb, war sie nach heutigen Maßstäben übergewichtig, wie auf Fotos deutlich zu erkennen ist. »Der Heiland macht halt keine halben Sachen«, soll die Bauernmagd gesagt haben, als sie einmal auf diesen Widerspruch angesprochen wurde.
Was es mit dem Rätsel von Konnersreuth auf sich hat – und warum es bis heute Gelehrte, Kriminalbiologen und Kirchenleute beschäftigt – können Sie hier nachlesen .
Herzlich
Ihre Kerstin Kullmann
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Lee Smith / REUTERS
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