Wissenschaft: Das vermeintliche Wunder von Konnersreuth, Mondmission, Leben mit Adipositas - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Kerstin Kullmann

Elementarteilchen Wenn der Heiland keine halben Sachen macht

Das vermeintliche Wunder von Konnersreuth, Trumps Mondshow und das Leben mit Adipositas: Die Lese-Empfehlungen der Woche aus der Wissenschaftsredaktion des SPIEGEL.

Kennen Sie Konnersreuth? Das Dörfchen in der Oberpfalz, unweit der tschechischen Grenze, ist keine 400 Einwohner groß – und doch pilgern dort jeden Monat rund hundert Menschen singend und mit Kerzen in der Hand zum Friedhof. Ihr Ziel: Das Grab einer Bauernmagd, die vor genau hundert Jahren aufgehört haben soll, zu essen und zu trinken. Und dann angeblich noch 36 Jahre gelebt hat.

Votivtafeln in der »Resl-Kapelle« in Konnersreuth: Dank für Beistand und Fürsorge

Votivtafeln in der »Resl-Kapelle« in Konnersreuth: Dank für Beistand und Fürsorge

Foto:

Uta Poss / picture alliance

Mein Kollege Guido Kleinhubbert hat sich mit der Geschichte der Theres Neumann, genannt Resl, beschäftigt. Wie es heißt, hat sie vom Karfreitag 1926 bis zu ihrem Tod im September 1962 nur noch von der täglichen Hostie bei der Kommunion gelebt. Damit ihr das Trockengebäck nicht im Rachen pappen blieb, habe es zunächst ein Löffelchen voll Wasser dazu gegeben, heißt es. Ab 1927 habe sie sogar auf diesen dürftigen Trunk verzichtet.

Der Resl, so erfuhr Guido, soll das Dauerfasten nicht geschadet haben. Als sie im Alter von 64 Jahren an einem Herzinfarkt starb, war sie nach heutigen Maßstäben übergewichtig, wie auf Fotos deutlich zu erkennen ist. »Der Heiland macht halt keine halben Sachen«, soll die Bauernmagd gesagt haben, als sie einmal auf diesen Widerspruch angesprochen wurde.

Was es mit dem Rätsel von Konnersreuth auf sich hat – und warum es bis heute Gelehrte, Kriminalbiologen und Kirchenleute beschäftigt – können Sie hier nachlesen .

Herzlich

Ihre Kerstin Kullmann


Außerdem empfehle ich Ihnen:

Der Moment
Foto:

Lee Smith / REUTERS

In Wetherby, im englischen Yorkshire, fliegen Brieftauben in den Himmel. Zum Saisonauftakt der jährlichen »Up North Combine«-Rennen starten die Vögel, mit Transpondern ausgestattet, gemeinsam vom selben Punkt aus und fliegen jeweils zu ihrem Heimatschlag. Die Schläge können Hunderte Kilometer entfernt liegen, im gesamten Nordosten Englands. Es gewinnt die Taube, die die höchste Durchschnittsgeschwindigkeit fliegt. Die Tiere finden ihren Weg, indem sie sich am Magnetfeld der Erde und am Stand der Sonne orientieren.