Keime im Kühlschrank und quietschende Turnschuhe - Lese-Empfehlungen der Woche - DER SPIEGEL
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Kerstin Kullmann

Elementarteilchen Wer hat die Sonnenbrille geklaut?

Stehlende Affen, Keime im Kühlschrank und quietschende Turnschuhe: Die Lese-Empfehlungen der Woche aus der Wissenschaftsredaktion des SPIEGEL.

Es gibt 70.000 Wirbeltier­arten auf der Erde – und jede muss ihren eigenen Weg finden, sich mit dem Menschen zu arrangieren. Mein Kollege Johann Grolle hat sich angesehen, zu welchen Extremen der Selektionsdruck unsere tierischen Mitbewohner treibt. Seine Geschichte lesen Sie hier .

Affe auf Bali: Geklautes Handy gegen Leckerbissen

Affe auf Bali: Geklautes Handy gegen Leckerbissen

Foto: Paul Biris / Getty Images

Tempelaffen auf Bali haben eine findige Methode der Nahrungsbeschaffung gefunden: Sie stehlen Touristen Brillen, Handys, Hüte oder Schmuck und rücken diese erst im Austausch gegen Leckerbissen wieder heraus.

Auch Kakadus in Sydney wissen sich zu helfen: Vor rund zehn Jahren entdeckte ein cleverer Vogel dort eine Methode, mit der sich die örtlichen Mülltonnen öffnen lassen. Im Handumdrehen guckten sich andere den Trick ab. Nur zwei Jahre dauerte es, bis sich das Know-how des Deckelöffnens fast übers gesamte Stadtgebiet ausgebreitet hatte.

Johann traf für seine Geschichte über den Selektionsdruck den Münsteraner Verhaltensbiologen Norbert Sachser. In seinem Buch »Tierwelt am Limit« beschreibt Sachser, wie die Anpassungsfähigkeit der Tiere für sie zur Überlebensfrage in einer vom Menschen umgebauten Welt wird.

Vielerorts, warnt er, seien bereits Grenzen erreicht: »Wenn wir jetzt nicht handeln, dann steht uns ein weltweites Massenaussterben bevor.«

Sachser, so schreibt Johann, wolle aber auch ein Zeichen der Hoffnung setzen. Viele Tiere wüssten sich richtig zu verhalten, oftmals sogar angesichts von Anforderungen, denen sie nie zuvor begegnet sind. Und auch ihre Gene können sich dabei verändern. Die Evolution wirke schneller, als es die Biologen lange angenommen hatten.

Herzlich,
Ihre Kerstin Kullmann


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Foto: Cheng Xin / Getty Images

Ein letzter Blick auf den Blutmond: Die einzige totale Mondfinsternis des Jahres konnte man am vergangenen Dienstag in Ostasien, Australien, Nordamerika und Teilen Südamerikas sehen. Auch in der südchinesischen Provinz Hainan, wo das Foto entstand, ließ sich beobachten, wie der Schatten der Erde den Vollmond vollständig bedeckt. Rot erscheint der Mond, weil das wenige Licht, das seine Oberfläche erreicht, durch die Erdatmosphäre gefiltert wird. In Europa wird das Himmelsspektakel erst wieder am 31. Dezember 2028 zu betrachten sein. kk