Spektakuläre Ruinen Unberührte Maya-Stätte im mexikanischen Dschungel entdeckt
Funde im Dickicht des mexikanischen Dschungels
Foto: Quintin Hernandez / INAH Mexico / dpaIn Mexiko haben Archäologen eine vom Dickicht des Regenwalds überwucherte Maya-Stätte im Dschungel entdeckt. Das Forscherteam gab der Stadt den Namen Minanbé, was in der Sprache der Maya auf der Halbinsel Yucatán »Es gibt keinen Pfad« bedeutet. Der rund 15 Hektar große Ruinenkomplex aus der Zeit zwischen 600 und 900 nach Christus wurde im Biosphärenreservat Calakmul im Bundesstaat Campeche gefunden, wie die Kulturbehörde INAH mitteilte.
Das mexikanisch-slowenische Team um den Archäologen Ivan Šprajc musste zunächst mit Macheten einen fünf Kilometer langen Pfad freischlagen und anschließend weitere sechs Kilometer in den Regenwald vordringen, um die Fundstätte zu erreichen. Dort entdeckten sie einen 13 Meter hohen Pyramidentempel, Altäre, palastartige Gebäude, Plätze, Wasserkanäle sowie einen Stein mit einer eingravierten Enthauptungsszene.
Die Ruinen wurden mithilfe laserbasierter Technologie erforscht und teilweise ausgegraben. »Die Denkmäler und Hieroglyphentexte liefern neue Erkenntnisse über die letzten Jahrhunderte der Maya-Zivilisation«, schrieb Kulturministerin Claudia Curiel de Icaza auf X.
En Campeche fue descubierta Minanbé, una ciudad maya intacta al norte de la Biosfera de Calakmul, cuyos monumentos y textos jeroglíficos ofrecen nuevas claves sobre los siglos finales de la civilización maya.
— Claudia Curiel de Icaza (@ccurieldeicaza) June 22, 2026
El hallazgo, liderado por el arqueólogo Ivan Šprajc, es resultado de… pic.twitter.com/3p0qV4iMy6
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Im Vergleich zu anderen Fundorten sei der Zugang zu der historischen Stätte deutlich schwieriger gewesen, sagte Teamleiter Šprajc – daher der sinnbildlich für den Ort ausgewählte Name Minanbé. Die Stätte war demnach unberührt und wies keine Anzeichen von Plünderungen auf. »Das war eine große Überraschung für uns«, sagte Šprajc.
3D-Bild des entdeckten Komplexes
Foto: INAH Mexico / dpa»Ganz besondere Struktur« in Veracruz entdeckt
Es ist der zweite gemeldete Fund dieser Art in nur einer Woche. Zuletzt hatte Präsidentin Claudia Sheinbaum im Bundesstaat Veracruz entdeckte Ruinen als »sehr bedeutsamen« Fund bezeichnet. Die beiden Orte liegen im Osten des Landes, aber trotzdem rund 1000 Kilometer voneinander entfernt.
Die aus kreisförmigen Steinen und einem Monolith bestehende Stätte datiert laut dem Nationalen Institut für Archäologie und Geschichte auf die Zeit zwischen 200 und 600 nach Christus zurück.
Zu dem Fund gehört eine kreisförmige Plattform aus Kalkstein, die mit fast quadratischen Linien verziert ist. Dabei handele sich um »eine ganz besondere Struktur«, die sich von allen anderen in der Region freigelegten Ruinen unterscheidet, sagte ein für die Ausgrabungsstätte zuständiger Archäologe. »Bislang liegen uns keine Hinweise auf eine Verbindung zu anderen Stätten vor.«
Die Maya-Kultur war über weite Teile Mittelamerikas verbreitet, von Mexiko über Guatemala und Belize bis nach Honduras und El Salvador. Sie reicht bis mindestens ins Jahr 2000 vor Christus zurück und erreichte ihren Höhepunkt zwischen 400 und 450 nach Christus. Ab dem Jahr 900 bis 1200 nach Christus begann der Abstieg.