Unwetter in Deutschland Tornado zieht über den Bodensee
Wasserhose über dem Bodensee
Foto: Kraus / swd-medien / dpaEin Tornado hat sich am Mittwochmittag laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) auf dem Bodensee vor Friedrichshafen gebildet. Die Wasserhose sei ungefähr 15 Minuten zu sehen gewesen und nach Lindau in Bayern abgezogen, sagte DWD-Meteorologe Kai-Uwe Nerding. Zu Höhe und Durchmesser könne er keine Angaben machen. Die Windgeschwindigkeiten in dem Tornado seien schwer zu schätzen, aber er gehe von 100 bis 150 Kilometern pro Stunde aus.
Da der Tornado sich nur über dem Wasser bildete, gebe es keine Zerstörungen. Laut Wasserschutzpolizei kam es zu keinerlei Notfällen auf dem Wasser. Allerdings warnte Nerding vor weiteren Tornados am Nachmittag in der Region.
Immer wieder Tornados auf dem Bodensee
Laut Nerding kommt es immer wieder zu solchen Tornados auf dem Bodensee. Besonders sei, dass der Tornado so gut vom Ufer zu sehen gewesen sei – so auch von Wasserburg aus. Die Gewitterzelle, die für den Tornado gesorgt habe, habe sich schon wieder aufgelöst.
»In der Atmosphäre haben wir in den untersten Niveaus Rotation, und diese Rotation hat jetzt im Zusammenhang mit der Gewitterzelle, wo es dann eben auch Aufwinde gibt, dafür gesorgt, dass wir die Bildung von einem Tornado hatten«, erklärte der Meteorologe.
Solche Tornados könnten nun auch aufgrund der allgemeinen Wetterlage in der Folge in den Regionen Oberschwaben und Allgäu auftreten. Auch dort kämen solche Tornados einige Male im Jahr vor. Bei einer entsprechenden Stärke wie jetzt auf dem Bodensee könnten dann etwa Bäume umgeknickt werden und Dächer abgedeckt, sagte Nerding.
Rest der Woche: Warm im Südwesten, kühler im Norden
Insgesamt soll sich die Wetterlage in Deutschland nach den derzeitigen Gewittern aber in den kommenden Tagen beruhigen. Während es in manchen Teilen kühler und regnerisch wird, wird es vor allem im Südwesten hochsommerlich. »Zum Mittwochabend geht den Gewittern die Puste aus und in der Nacht zum Donnerstag steht eine ruhige, in der Mitte sogar teils klare Nacht an«, sagt Meteorologe Fabian Chow vom DWD in Offenbach.
Laut den Angaben zieht am Donnerstag eine Kaltfront von Norden heran und bringt gebietsweise Regen, der sich im Laufe des Tages bis in die Mitte Deutschlands schiebt. Dabei verstärke sich der Wind. An der Küste müsse mit stürmischen Böen oder Sturmböen gerechnet werden.
»Ansonsten steht dem Süden ein ruhiger und sonniger Sommertag bevor, an dem die Temperaturen auf bis 29 Grad im Südwesten ansteigen«, so Chow. »Im Gegensatz dazu kommt im Nordwesten fast schon herbstliches Feeling auf bei Temperaturen um 20 Grad.«
Am Freitag setze sich dann die kühlere Luft verbreiteter durch. »Im Norden ist ein Regenschirm oder eine Regenjacke im Gepäck nicht falsch, denn auf dem Programm steht etwas Regen oder Schauer«, sagt der Meteorologe. Dazu sei es vor allem an der Küste noch weiterhin stürmisch und auch im Nordosten müsse mit Windböen, teils auch stürmischen Böen gerechnet werden. Im Südwesten spüre man davon derweil nichts. »Hier können bei viel Sonnenschein immer noch 27 Grad auf dem Thermometer angezeigt werden.«
Nach Angaben des DWD steigen die Temperaturen am Wochenende allmählich wieder an und können im Südwesten erneut die 30-Grad-Marke knacken. »Im Norden jedoch setzt sich diese Erwärmung nicht durch und Tiefausläufer sorgen für mehr Wolken und gebietsweise für etwas Regen – insbesondere zum Sonntag hin«, sagt Meteorologe Chow.
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