»Shenzhou 19«: Chinesische Astronauten wieder auf der Erde gelandet - DER SPIEGEL
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Foto: AFP

Raumkapsel »Shenzhou 19« Sphärenwechsel

• aus SPIEGEL Chronik 1/2025

Über der nordchinesischen Wüste Gobi schwebt eine Kapsel an einem Fallschirm; dann, um kurz nach 13 Uhr Ortszeit, berührt die Raumkapsel der Shenzhou-19-Mission festen Boden. Das zeigen Bilder des chinesischen Staatsfernsehens. Sechs Monate lang haben der Kommandant Cai Xuzhe, die Ingenieurin Wang Haoze und der frühere Luftwaffenpilot Song Lingdong in der chinesischen Raumstation Tiangong gelebt und gearbeitet. Nun sind sie zurück – erschöpft, aber stolz.

»Wir haben den Auftrag, den uns Vaterland und Volk übertragen haben, erfolgreich erfüllt«, sagt Cai nach der Landung. Es fühle sich gut an, wieder Boden unter den Füßen zu spüren, erklärt seine Kollegin Wang. Eigentlich hätte die Crew bereits am Vortag heimkehren sollen, doch starker Wind und Sandstürme in der Inneren Mongolei verzögerten den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre.

An Bord der Tiangong, die seit Juni 2022 dauerhaft bemannt ist, werden Experimente mit Fischen und Würmern durchgeführt, um die Auswirkungen langer Raumflüge auf Lebewesen zu erforschen. Die Ergebnisse sollen helfen, künftige Astronauten besser vor den gesundheitlichen Risiken der Schwerelosigkeit zu schützen. Außerdem werden neue Vorrichtungen zum Schutz der Station vor Weltraumschrott montiert und zusätzliche Forschungseinheiten installiert.

Für China ist die Mission ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu den Sternen. 2024 konnten sie bereits erfolgreich Mondbodenproben sammeln, die erstmals auch an internationale Partner verteilt wurden – nur für amerikanische Forschende ist eine Kooperation mit den chinesischen Teams schwierig. Die US-Amerikaner brauchten Sondergenehmigungen von FBI und Kongress. Die politischen Auseinandersetzungen zwischen den Großmächten der Welt nehmen nicht nur auf der Erde zu.

Derweil verfolgt Peking das nächste Ziel: eine bemannte Mondlandung bis 2030.

lph
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