Ufos: Pentagon legt Bericht über Flugobjekte vor - DER SPIEGEL
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meinung •Bericht des Pentagon »Das wird die eingefleischten Ufologen freuen«

Hilmar Schmundt
Benjamin Braden
Eine Videoanalyse von Hilmar Schmundt und Benjamin Braden
Das US-Verteidigungsministerium hat einen mit Spannung erwarteten Bericht über unbekannte Flugobjekte veröffentlicht. Geht es nach den Autoren, sind die neun Seiten der Beginn einer aufwendigen Untersuchung.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

US-Kampfpiloten treffen 2015 in der Luft auf – ja, auf was? Das Pentagon hat mehr als 120 mysteriöse Vorfälle dieser Art untersucht und veröffentlichte am Freitagabend einen mit Spannung erwarteten Bericht über unbekannte Flugobjekte und mögliche Erklärungen.

Hilmar Schmundt, DER SPIEGEL
»Dazu gehören Tiere, Vögel, Insekten, dazu gehören Sensorenprobleme, dazu gehören US-Waffentests, die werden als eine Kategorie aufgeführt. Dazu gehören feindliche Waffentests oder -demonstrationen, insbesondere China und Russland werden da genannt. Und als letzte Kategorie, als fünfte Kategorie, die hat mir am besten gefallen. Das heißt "Other", andere Sachen. Also eine total schwammige Null-Kategorie irgendwie, wo alles offen ist. Und das wird natürlich auch die eingefleischten Ufologen und Verschwörungstheoretiker freuen, dass es da in dieser fünften Kategorie wunderbar Raum für Fantasien geben könnte.«

Der Bericht geht auf die Forderung des Republikaners Marc Rubio zurück, der im Dezember 2020 die Untersuchung der UFO-Sichtungen verlangt hatte. Interesse an den Flugobjekten gibt es aber auch bei den Demokraten.

Hilmar Schmundt, DER SPIEGEL
»Der Ex-Präsident Obama zum Beispiel hat in einer Talkshow erzählt, dass er als Präsident Einblick bekommen hat in Phänomene, die tatsächlich nicht erklärbar sind. Flugbahnen, die man nicht versteht, die er damals zu Gesicht bekommen hat. Der Konsens ist: Es gibt Dinge, die können wir nicht erklären. Der Konsens ist überhaupt nicht, dass wir jetzt von Aliens besucht werden.«

Nicht aufgeklärt ist etwa auch die sogenannte Tic-Tac-Sichtung der damaligen US-Kampfpilotin Alex Dietrich aus dem Jahr 2004.

Alex Dietrich, Ehemalige US-Kampfpilotin
»Wir bemerkten etwas, das das Wasser aufzuwühlen schien. Wir beschrieben es als Tic Tac, weil so aussah wie der Bonbon. Diese weiße längliche Objekt bewegte sich sehr schnell. Kommandeur Fravor flog ein Manöver, dass es uns erlaubte, es aus verschiedenen Blickwinkeln zu sehen. Das Objekt schien darauf zu reagieren, was uns überraschte, weil weder ein Antrieb noch eine Steuerung zu sehen waren.«

In der Vergangenheit wurde eine Untersuchung solcher Vorfälle für nicht notwendig gehalten – das sehen die Autorinnen und Autoren des neun Seiten starken Reports anders.

Hilmar Schmundt, DER SPIEGEL
»Letztendlich wird in diesem Report vor allen Dingen gesagt: Wir könnten folgende Methoden verwenden, um Klarheit zu schaffen, aber wir brauchen Geld. Das ist eigentlich die große, klare Aussage. Nicht, ob wir im All auf Aliens getroffen sind, sondern die klare Aussage ist eigentlich: Wir brauchen Geld, wir machen euch ein Angebot. Im Grunde genommen ist dieser neuen Seiten Report eine Art Budgetverhandlung.«

UFO-Meldungen in den USA haben in den vergangenen zwei Jahrzehnten drastisch zugenommen – gute Voraussetzungen dafür, dass das geforderte Budget für eine systematischere Untersuchung genehmigt wird.

Hilmar Schmundt, DER SPIEGEL
»Ich glaube sogar, dass es sinnvoll ist, um den Luftverkehr sicherer zu machen. Ich denke da vor allen Dingen an Drohnen und Wetterballons und andere Nutzer des Luftraums, die tatsächlich nicht richtig ordentlich überwacht werden. Und dann in den nächsten Jahren werden wir dann einen umfangreicheren Report sehen, und das könnte wirklich interessant sein. Und ich denke sogar, wir könnten da auf einige spannende physikalische Phänomene stoßen, entweder im Radar- und Infrarotbereich, also: Wie können wir die Sensorsysteme besser machen? Oder natürlich Phänomene wie Kugelblitze oder Sprites. Das sind wirklich faszinierende, sehr junge Forschungsfelder. Und da könnte letztendlich auch die Grundlagenforschung davon profitieren.

Mit großer Wahrscheinlichkeit weiß das Pentagon bereits heute mehr, als es öffentlich sagt – denn ein Teil des UFO-Berichts bleibt unveröffentlicht, aus Gründen der nationalen Sicherheit.

Hilmar Schmundt, DER SPIEGEL
»Die richtig harten Daten des Militärs der Geheimdienste NSA, FBI wird die Öffentlichkeit, glaube ich, nicht zu Gesicht bekommen.«

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