Nasa-Sonde "Ladee" gestartet Reiseziel Mond
New York - Die letzte bemannte Mondmission kehrte mit einem Rätsel zurück auf die Erde. Kurz vor Sonnenaufgang war den Astronauten der "Apollo 17"-Crew auf dem Mond ein sanftes Glimmen hoch über der Oberfläche aufgefallen: Es sah aus, als würde das Sonnenlicht kleine Teilchen in der Atmosphäre des Mondes anstrahlen. Aber wie konnte das sein - wo doch der Mond keine Atmosphäre besitzt?
Um dieses Mysterium zu entschlüsseln, hat die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa am Samstagmorgen die Mondsonde "Ladee" (für " Lunar Atmosphere and Dust Environment Explorer") ins All geschickt. Millionen von Zuschauern an der US-Ostküste verfolgten den nächtlichen Start, er wurde zudem live im Internet und unter anderem auch auf einer Leinwand am New Yorker Times Square übertragen. Der Lichtschweif am Himmel war ebenfalls bis in die Millionenmetropole zu sehen.
Der Start der rund 250 Millionen Dollar (etwa 190 Millionen Euro) teuren Mission war von Experten mit Spannung erwartet worden, weil sowohl der Weltraumbahnhof in einer Nasa-Zweigstelle auf Wallops Island, einer Insel vor der Ostküste Virginias, als auch die Trägerrakete vom Typ "Minotaur V" noch nie zuvor für Weltraum-Missionen genutzt worden waren. Die Rakete hatte das private Unternehmen Orbital geliefert, das zuletzt für zwei Fehlstarts verantwortlich war.
Nasa-Sonde "Ladee": Erfolgreicher Start des Mondstaubsaugers
Probleme nach dem Start
Auf einem treibstoffsparenden Spiralkurs macht sich die Sonde auf zum Mond. Dort soll sie in einem Monat ankommen und den Erdtrabanten 100 Tage lang in 20 bis 60 Kilometern Höhe umkreisen. Die Kommunikation mit der Erde soll über eine neue, extrem schnelle Laser-Verbindung laufen, die für zukünftige Raummissionen getestet wird. Auch die Erkenntnisse zur Mondatmosphäre sollen bei der Erforschung anderer kosmischer Körper helfen, heißt es bei der US-Weltraumbehörde: "Die dünne Atmosphäre des Mondes ist womöglich verbreiteter als wir bisher glaubten", erklärte Nasa-Manager John Grunsfeld.
Am Ende des Einsatzes wollen die Nasa-Forscher ihr Fluggerät bei einer Bruchlandung im Namen der Wissenschaft in den Boden des Erdtrabanten rammen. Damit es dazu nicht verfrüht kommt, müssen die Wissenschaftler allerdings noch ein paar akute Probleme lösen, denn ganz reibungslos lief der Start von "Ladee" nicht ab.
Nachdem sich die Sonde von der Trägerrakete abgekoppelt hatte, rotierte sie unerwartet schnell. Die Boden-Crew versuchte, die Rotation mit sogenannten Schwungmassen-Drehscheiben an Bord der Sonde zu kompensieren. Doch dann schaltete der Bordcomputer die Stabilisatoren wegen erhöhter Stromaufnahme ab.
"Vermutlich, weil sie sich etwas zu schnell drehten", sagte Simon Peter Worden, Leiter des Nasa-Forschungszentrums in Kalifornien, das "Ladee" entwickelt hat. Beunruhigt ist er deshalb aber nicht: "Das bekommen wir in den nächsten Tagen in den Griff", so Worden. "Viel Glück auf deinem Weg zum Mond" hatte die Bodenkontrolle "Ladee" nach dem Start verabschiedet. Ein bisschen Glück scheint sie auch zu brauchen.