Weltraumschrott: Beschädigtes Raumschiff »Shenzhou 20« auf Erde gelandet - DER SPIEGEL
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Treffer durch Weltraumschrott vermutet Beschädigtes Raumschiff »Shenzhou 20« auf Erde gelandet

Die drei Taikonauten sind seit zwei Monaten wieder auf der Erde, nun ist auch ihr Raumschiff »Shenzhou 20« in der Wüste Gobi gelandet. China spricht von einem »vollen Erfolg«.
Rückkehrkapsel des Raumschiffs »Shenzhou 20« am Landeplatz Dongfeng
Rückkehrkapsel des Raumschiffs »Shenzhou 20« am Landeplatz Dongfeng

Rückkehrkapsel des Raumschiffs »Shenzhou 20« am Landeplatz Dongfeng

Foto: Li Zhipeng / XinHua / dpa

Chinas beschädigtes Raumschiff »Shenzhou 20« ist von der Raumstation CSS zur Erde zurückgekehrt. Die unbemannte Raumkapsel landete nach offiziellen Angaben in der Landezone Dongfeng in der nordchinesischen Wüste Gobi. Nach ersten Begutachtungen habe die Raumkapsel einen normalen Eindruck gemacht, die Güter an Bord seien in gutem Zustand, berichteten Staatsmedien. Demnach war die Rückkehrmission ein »voller Erfolg«, hieß es.

Die »Shenzhou 20« hätte mitsamt ihrer dreiköpfigen Crew eigentlich am 5. November vergangenen Jahres wieder zur Erde fliegen sollen. Doch Risse im Fenster, die laut chinesischen Raumfahrtexperten durch den Zusammenprall mit kleinen Weltraumschrottteilen entstanden sein dürften, hatten die Rückkehr zunächst auf unbestimmte Zeit verzögert.

Weltraumschrott ist schon länger ein Problem im All. Darunter versteht man alle nicht mehr verwendeten Objekte wie Satelliten oder Bruchstücke davon, die aus Kollisionen oder Explosionen entstanden sind. Sie können winzig klein sein oder auch mehrere Meter groß. Der Weltraummüll kreist auch in erdnahen Bahnen um die Erde. Die Europäische Weltraumorganisation Esa schätzt, dass insgesamt mehr als eine Million Stücke Müll, die größer als ein Zentimeter sind, um die Erde rasen.

Erstmals in seiner Raumfahrtgeschichte musste China ein Notfallprotokoll in Gang setzen, um die gestrandeten Raumfahrer zur Erde zurückzuholen. Die Missionsleitung entschied schließlich, dass die drei Männer am 14. November nach Tagen der Ungewissheit auf die bereits angedockte Kapsel der »Shenzhou 21« umsteigen und zurückkehren sollen.

Mit der Kapsel war zuvor die Nachfolgebesatzung zur Raumstation gebracht worden, die wiederum mit der »Shenzhou 22« zurückkehren soll, die dazu Ende November unbemannt zur Raumstation geschickt wurde.

Die »Shenzhou 20« hingegen verblieb für weitere Überprüfungen und Reparaturen zunächst an der Weltraumstation und kehrte nun nach insgesamt 270 Tagen im All zurück auf die Erde.

Weltraumschrott kann für Raumfahrer zur Gefahr werden, wie der Fall der »Shenzhou 20« zeigt. Eine schwedische Astrophysikerin hat untersucht, wie der erdnahe Weltraum vor Beginn der Satellitenära aussah. Zu ihrer Überraschung stellte sie fest: Da war etwas. Und von Menschen, ist sie überzeugt, stammt es nicht. Hier lesen Sie mehr .

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieser Meldung war von der chinesischen Raumstation »Tiangong« die Rede. Das war allerdings der Name der früheren Raumstation Chinas. Die aktuelle heißt CSS. Wir haben den Fehler korrigiert.

svs/dpa