
Chance vertan: Jan Friedrich hat Dorothee Elmigers Erfolgsroman „Die Holländerinnen“ für das Theater adaptiert und sich dabei nur ergebnislos auf Metaebenen begeben.

Chance vertan: Jan Friedrich hat Dorothee Elmigers Erfolgsroman „Die Holländerinnen“ für das Theater adaptiert und sich dabei nur ergebnislos auf Metaebenen begeben.

Ein Broadway-Hit erstmals auf Deutsch: An der Schaubühne überzeugt „Stereophonic“ unter Regie von Thomas Ostermeier vor allem mit den Songs – der Rest zieht sich.

Zur Saisoneröffnung gibt es am DT mit „Deutscher Herbst“ und „Wie Grischa mit einer verwegenen Idee beinahe den Weltfrieden auslöste“ eine Doppelpremiere. Beide Inszenierungen kämpfen mit dem Gleichgewichtssinn.

Sensationeller Saisonauftakt: Jens Harzer und Marina Galic kann sich in „Schnee von gestern, Schnee von morgen“ kein Zuschauer entziehen.

Auf einer Forschungsstation kam es 2018 zu einer Messerstecherei. „Polaris“ erzählt die wahre Geschichte. Der Trip an den Pol hat sich aber nur bedingt gelohnt.

In einem offenen Brief beklagen 300 Theaterleute die Entscheidung des Berliner Theatertreffens, die 50-Prozent-Quote abzuschaffen. Unsere Autorin ist Mitglied der Jury und findet das heuchlerisch.

Scheitern als Kunst, ein Zirkus im Theater: Philippe Quesnes Inszenierung „Spooky Paradise“ an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz.

Wer weiß, eine Inszenierung von Dürrenmatts Klassiker in Rohform, ganz ohne künstliche Aktualisierungen, hätte vielleicht funktionieren können. Aber so nicht.

Ein Stoff für die Gegenwart: Mateja Koležnik inszeniert Tschechows Drama für eine verängstigte Gesellschaft am Scheideweg. Man kann nicht wegsehen.

Der Nonsens lebt: Meo Wolf interpretiert Samuel Becketts Klassiker auf sehr eigene Art um. Es wird gestürzt, gealbert und aus dem Musical „Cats“ gesungen.

Das Stück von Anna Gmeyner feierte 1932 Premiere, in seiner Inszenierung analysiert Jan Bosse Parallelen zur Gegenwart. Leider ziemlich undifferenziert.

Nach neun Jahren kehrt Michael Thalheimer mit Oscar Wildes Salome zurück an die Schaubühne – und lässt mit Spannung auf mehr hoffen.

Paar-Dialoge als Chiffre für die Weltlage: Fabian Hinrichs und seine Frau Anne haben für die Volksbühne die vielleicht die klügste Gegenwartsdiagnose entwickelt, die bis dato auf einer Bühne zu sehen war.

Alexander Eisenach bringt den Roman „Heimsuchung“ der Berliner Autorin erstaunlich textgetreu auf die Bühne – und erzählt deutsche Geschichte anhand eines brandenburgischen Seegrundstücks.

In der Beziehungskomödie „Egal“ fetzen sich Marie Burchard und Stefan Stern über enttäuschte Lebensentwürfe. Das ist klug beobachteter, rasant erzählter Boulevard vom Feinsten.

Vom Lesedrama zum Rededrama. Claudia Bossard inszeniert Schillers Klassiker am Deutschen Theater als Diskurs-Potpourri im Retro-Chic. Das Reclam-Regal probt den Aufstand.

Dieses „German Jewsical“ ist eine echte „East Side Story“: Die Ost-Berliner Künstlerdynastien Langhoff und Brasch entsenden zwei ihrer jüngsten Vertreter zu einem wilden Ritt durch eine exemplarische jüdische Familiengeschichte.

Sebastian Nübling adaptiert „Let Them Eat Chaos“ und Anita Vulesica bringt „Eine Minute der Menschheit“ auf die Bühne. Dabei spielen personifizierte Klischees eine zentrale Rolle.

Falk Richter inszeniert sein neues Stück „Hannah Zabrisky tritt nicht auf“. Das Theater schaut sich dabei zu, wie es Frauen über fünfzig behandelt. Eine Darstellerin glänzt ganz besonders.

Könnte ein neuer Hit im Repertoire werden: Antú Romero Nunes hat am Berliner Ensemble William Shakespeares Verwechselungskomödie „Was ihr wollt“ inszeniert.

Ein Sextape mit Paris Hilton wurde einst zum erfolgreichen Porno – gegen ihren Willen. Dieser Fall ist Ausgangspunkt für das beklemmende Stück „Call me Paris“ von Yana Eva Thönnes.

Am Deutschen Theater werden in „Die Marquise von O. und –“ reale Vergewaltigungsfälle schockierend nüchtern aufgearbeitet. „Die drei Leben der Hannah Arendt“ nähert sich der jüdischen Denkerin.

Stoff für fünf Abende an einem einzigen – kann das gut gehen? Ersan Mondtags „Das Rote Haus“ will ungeheuer viel. Und inspiriert trotzdem.

Vegard Vinge, Ida Müller und Trond Reinholdtsen sind zurück an der Volksbühne. Ihre achtstündige Inszenierung von Ibsens „Peer Gynt“ landet wie ein Ufo und fährt auf, was sie vor 14 Jahren zum Aufreger machte.
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