
Je weniger empathisch die Politik, genauer die Politiker, sich zeigen, desto weniger werden sie selbst Empathie erfahren. Da ist die schwarz-rote Koalition herausgefordert.

Stephan-Andreas Casdorff schreibt seit 1999 für den Tagesspiegel und leitete von 2004 bis 2018 gemeinsam mit Lorenz Maroldt als Chefredakteur die Redaktion. Von September 2018 bis Ende 2024 war er Herausgeber, seit 2025 ist er Editor-at-Large. Er kommentiert das politische Geschehen, sowohl im Tagesspiegel als auch in Funk und Fernsehen und bei vielfältigen Veranstaltungen.

Je weniger empathisch die Politik, genauer die Politiker, sich zeigen, desto weniger werden sie selbst Empathie erfahren. Da ist die schwarz-rote Koalition herausgefordert.

In Berlin war bei vielen nach der Wahl der Jubel groß. Mit der Linken habe eine antifaschistische Partei die Wahl gewonnen, hieß es. Dieser besonderen Verantwortung muss sie jetzt gerecht werden.

Die Schweriner Ministerpräsidentin weiß: Wer die Begriffe besetzt, besetzt die Macht. Also besetzt sie den Begriff „Reform“ – aber ganz anders als die Koalition in Berlin. Das kann noch zum Machtkampf führen.

Tatkraft und einen klaren Kurs der Christdemokratie verlangen die Ministerpräsidenten, Zuhören und verlässliches Handeln. Was sie nicht alles beim Kanzler vermissen! Daraus müssen sie Schlüsse ziehen.

Den Linken den Platz streitig zu machen, gelingt den Grünen nicht, nicht in Berlin. Wollen sie aber mit ihnen regieren, müssen Kompromisse gefunden werden. Das wird schwierig genug.

Der Bundeshaushalt gibt Auskunft zur Lage der Nation. Derartige Summen, wie sie in Rede stehen, können den Menschen auch Angst machen. Die muss ihnen die Koalition nehmen. Mit einem Plan.

Nach dem Schock von Sachsen-Anhalt braucht es eine grundlegend veränderte Wahrnehmung von Politik. Denn es muss gelingen, neues Vertrauen aufzubauen. Zeit, sich auf ein historisches Vorbild zu besinnen.

Die Absage wirkt nur kurzfristig klug. Besser wäre es, bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu zeigen, was die Union will, in Sachsen-Anhalt und darüber hinaus.

Was die Amerikaner mit dem Abzug von Militär aus Deutschland planen, kommt einer politischen Zumutung gleich. Jetzt muss die Bundesregierung umso schneller reagieren.

Am Mittwoch soll das Bundeskabinett die Grundzüge kommender Haushalte und ein Sparpaket für die Krankenkassen beschließen. Noch ist Schwarz-Rot uneinig. Die Opposition redet schon über Neuwahlen.

Das Kalkül des US-Präsidenten im Krieg mit dem Iran ist so einfach wie gefährlich: Zerstörung als Androhung, nicht als Ziel. Ob das funktioniert? Wehe allen, wenn nicht.

Bundestagsvize Omid Nouripour und Zentralratspräsident Josef Schuster im Gespräch über die Folgen des Iran-Kriegs, Maßnahmen gegen Antisemitismus und verpflichtende KZ-Besuche.

Protestanten und Katholiken zwischen Moral und Realität: Die großen Kirchen in Deutschland verpassen im Nahostkonflikt wieder einmal die Chance, ihre Relevanz im wirklichen Leben zu beweisen.

Das ZDF steht wegen eines fehlerhaften Nachrichtenbeitrags in der Kritik. Nun bekommen die Journalisten Rückendeckung vom langjährigen Moderator des „heute journals“.

Beim Side-Event des Tagesspiegels und des Aspen Institute am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz sind sich Influencer sowie Vertreter von Regierung, Unternehmen und Medien einig: Nur gemeinsam gelingt der Kampf gegen Desinformation.

Beim Side-Event des Tagesspiegels und des Aspen Institute am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz liefern sich zwei Expertenteams einen argumentativen Schlagabtausch.

Das Verhältnis zwischen Europa und den USA hat in den vergangenen Jahren schwer gelitten. In seiner Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz richtet Kanzler Merz den Blick aber auch nach vorn. Das kommt gut an.

Julia Klöckner wollte die Debatte, jetzt muss sie die führen: Solidarität mit Israel und Sorge um die humanitäre Versorgung der Palästinenser widersprechen einander nicht. Dafür braucht es mehr Zugang.

Felix Klein, der Antisemitismusbeauftragte, geht als Botschafter zur OECD nach Paris. Seine Nachfolge ist für die Gesellschaft und die schwarz-rote Koalition ein Politikum – und enorm wichtig.

Geschäfte machen und Sicherheit stärken, dazu Europa geopolitisch positionieren – das Auswärtige Amt muss dazu in die Welt schauen. Ein Beispiel.

Herausragend wichtige Posten werden neu besetzt. Mit herausragenden Diplomaten. Und dann müssen wohl auch noch die gesucht werden, die den Kampf gegen den Antisemitismus anführen sollen.

Angela Merkel hätte wohl von der Verwürfelung des Balls gesprochen: Die Regierung darf den Haushalt nicht immer weiter ausdehnen, muss aber zugleich viel investieren. Eine Großtat.

Er war ein Zuhörer, kein Lautsprecher: präzise, aber nicht pedantisch. Und er hat den Tagesspiegel durch schwierige Zeiten geführt. Ein Nachruf.

Donald Trump verspottet Reporterinnen, nennt ihre Fragen „dumm“ oder „unfair“. Das offenbart Unsicherheit, Kontrollverlust und Verachtung – und ist entwürdigend, nicht nur für die Beschimpften.
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