
Mit dubiosen Fonds sind türkische Privatanleger um ihr Geld gebracht worden. Die Vizechefin der Regierungspartei AKP verdiente wohl hingegen Millionen. Die Opposition fordert deshalb den Rücktritt des Präsidenten.

Susanne Güsten berichtet seit 1998 für den Tagesspiegel aus Istanbul. Sie wuchs in Ibadan, Monrovia, Abidjan und Washington D.C. auf, studierte Politikwissenschaften, Geschichte und Soziologie und absolvierte die Deutsche Journalistenschule in München. Als DDR-Korrespondentin der französischen Nachrichtenagentur AFP begleitete sie in Berlin die deutsche Wiedervereinigung, später arbeitete sie als stellvertretende Chefredakteurin des deutschen AFP-Dienstes in der damaligen Bundeshauptstadt Bonn.

Mit dubiosen Fonds sind türkische Privatanleger um ihr Geld gebracht worden. Die Vizechefin der Regierungspartei AKP verdiente wohl hingegen Millionen. Die Opposition fordert deshalb den Rücktritt des Präsidenten.

Der Erfolg der Linken-Politikerin wird über Berlins Grenzen hinaus diskutiert. Auch in der Türkei, wo sogar regierungsnahe Medien wohlwollend auf das „türkische Mädchen“ blicken.

Menschenrechtsaktivisten und Homosexuelle sind in der Türkei harten Repressionen ausgesetzt. Kritiker verweisen auf Erdoğan: Der Präsident wolle sein konservatives Menschenbild durchsetzen.

Nach Gülen fokussiert sich die Türkei auf die nächste Bewegung: Bei Razzien wurden zahlreiche Mitglieder der sunnitischen Süleymancılar-Gemeinschaft verhaftet. Angeblich wollten sie nach Deutschland fliehen.

Mit einer historischen Entscheidung haben Mitglieder der Kurden-Organisation Aussicht auf Straferlass. Bekommt Präsident Erdoğan dafür Hilfe bei der Wiederwahl?

Saudi-Arabien, Pakistan und die Türkei haben einen neuen Beistandspakt geschlossen. Er soll den Iran beeindrucken. Aber er birgt auch Risiken für die drei Länder.

Haluk Levent gehört zu den beliebtesten Prominenten in der Türkei, mit seiner NGO half er Menschen oft schneller als die Regierung. Nun wird ihm vorgeworfen, Spendengelder veruntreut zu haben.

Bülent Yildiz war einst Lehrer und Gewerkschafter – bis er zum Opfer der Säuberungen nach dem Putschversuch wurde. Heute muss er Feuerzeuge auf dem Markt verkaufen, um Geld zu verdienen.

Vor zehn Jahren rebellierte das Militär erfolglos gegen Erdoğan in der Türkei. Für den Präsidenten war das ein „Sieg des Volkes“ – und eine willkommene Gelegenheit, die Demokratie im Land bis heute zu demontieren.

Der US-Präsident hält viel von seinem türkischen Amtskollegen. Deshalb ruht auf Erdoğan als Gastgeber die Hoffnung, dass das Nato-Treffen harmonisch abläuft. Kann ihm das gelingen?

Die USA könnten der Türkei das modernste Kampfflugzeug der Welt liefern. Für Erdoğan wäre das ein Coup – bei den Nachbarländern löst die Nachricht große Unruhe aus.

Die regierungstreue Justiz geht weiter gegen Erdoğans Kontrahenten vor. Aus den Nato-Staaten kommt dazu kaum ein Wort – zu wichtig scheint Ankara als strategischer Partner.

Viele Häuser in der türkischen Metropole sind baufällig und nicht erdbebensicher. Ein Sanierungsprogramm soll helfen – doch oft scheitern die Projekte.

Mit massiven Steuererleichterungen möchte Präsident Erdoğan Ausländer zum Umzug in die Türkei und im Ausland lebende Türken zur Heimkehr bewegen. Kann das gelingen?

In der Türkei geraten derzeit verstärkt Popstars, Komikerinnen und Influencer ins Visier der Justiz. Jetzt steht der offen schwule Musiker Mabel Matiz wegen eines Lieds in Istanbul vor Gericht.

Kritik von der Kommissionspräsidentin und unerwünscht beim Gipfel: In der Türkei fühlt man sich von der EU ausgegrenzt. Nicht zu Unrecht, sagen Experten, und sehen darin einen strategischen Fehler.

Eine vierköpfige Hamburger Familie starb im Türkei-Urlaub nach einem Gift-Einsatz gegen Bettwanzen. Fünf Monate später fordern Angehörigen in Istanbul Gerechtigkeit – und 100 Jahre Haft für die mutmaßlichen Täter.

Die instabile Lage in Nahost macht vielen Türkinnen und Türken Sorgen. Die Unsicherheit nützt dem Staatschef, der sich als starker Führer präsentiert. Hilft ihm das sogar für den Machterhalt?

Ein Jahr nach der Absetzung des beliebten Istanbuler Bürgermeisters İmamoğlu mobilisiert die türkische Opposition wie nie zuvor. Und Präsident Erdoğan ringt vor der nächsten Wahl um seine Zukunft.

Israel und die Türkei konkurrieren um Einfluss im Nahen Osten. Inwiefern könnte der Iran-Krieg den Konflikt zwischen beiden Regionalmächten verschärfen? Experten analysieren die Lage.

Als Erdoğan-Kritiker ist Cem Özdemir Ankara eigentlich ein Dorn im Auge. Nach seinem jüngsten Wahlerfolg wird er aber auch dort gefeiert. Wie weit reicht die neue Sympathie?

Die Religiosität in der Türkei nimmt seit Jahren ab – vor allem unter jungen Menschen. Viele fühlen sich von einer korrupten Elite entfremdet, die Frömmigkeit zur Fastenzeit demonstriert. Was heißt das für Erdoğans Agenda?

Am Montag beginnt der Prozess gegen den Istanbuler Oberbürgermeister İmamoğlu und Mitglieder der Stadtverwaltung. Ihre Frauen haben den Kampf übernommen. Mit ungewöhnlichen Mitteln.

Die Türkei ist besorgt: Sie fürchtet die Bewaffnung der Kurden durch die USA, neue Flüchtlinge und ein übermächtiges Israel. Präsident Erdoğan will aber auch Trump nicht verprellen.
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