Die Berliner „Mokka-Milch-Eisbar“ ist zurück: Ein „verrücktes“ Projekt will die Karl-Marx-Allee wiederbeleben
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Die einstige „Mokka-Milch-Eisbar“ auf der Karl-Marx-Allee eröffnet unter dem Namen „Mokka Milch“ neu.

© Lionel Kreglinger

Die Berliner „Mokka-Milch-Eisbar“ ist zurück: Ein „verrücktes“ Projekt will die Karl-Marx-Allee wiederbeleben

Kult in der DDR: Der „Mokka-Milch-Eisbar“ neben dem Kino International wurde einst ein musikalisches Denkmal gesetzt. Ein modernes Konzept soll der „toten Gegend“ neues Leben einhauchen.

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Die meisten Leute, die von ihrer neuen Geschäftsidee – der Wiederbelebung der Mokka-Milch-Eisbar auf der Karl-Marx-Allee – gehört hatten, hätten sie für „komplett verrückt“ erklärt. Und wer sich das nicht traute, zumindest für „sehr mutig“. Das sagt das Unternehmerpaar Natacha und Alex Neumann bei der feierlichen Eröffnung der von Grund auf sanierten „Mokka Milch“, wie sie ihr Etablissement jetzt nennen.

Am Mittwoch konnten sich geladene Gäste – bei Eis, Snacks und frisch gezapften oder gemixten Getränken – von dem gewagten Neustart an prominenter Stelle neben dem Kino International einen Eindruck verschaffen.

Natascha und Alexander Neumann, die neuen Betreiber der ehemaligen Mokka Milch Eisbar in der Karl-Marx-Allee, stehen bei der Wiedereröffnung im neuen «Mokka Milch». Die Mokka-Milch-Eisbar war in der DDR einer der beliebtesten Treffpunkte des Berliner Ostens, fotografiert am 27.05.2026 in Berlin. Foto: Maurizio Gambarini/FUNKE Foto Services
Wollen die Karl-Marx-Allee ein Stück weit wiederbeleben mit der „Mokka Milch“: Neubetreiber Natascha und Alexander Neumann.

© Funke Foto Services/Maurizio Gambarini

Das Konzept des Günderehepaars Neumann besteht aus drei Säulen und verteilt sich auf drei Etagen: Im Erdgeschoss geht es um Gastronomie mit „levantisch-mediterranem Wohlfühlflair“ und Platz für 90 Gäste sowie Café- und Barbetrieb. Laptops sind hier ausdrücklich unerwünscht. Die könnten aber gern mit auf die Empore und in den hinteren Bereich des ersten Stocks genommen werden. Dort darf an insgesamt 40 Arbeitsplätzen ganz offiziell gearbeitet werden. Eine monatliche „Mitgliedschaft“ beginnt bei 350 Euro, einen Tagespass gibt es für 30 Euro.

Die einstige „Mokka Milch Eis Bar“ auf der Karl-Marx-Allee eröffnet unter dem Namen „Mokka Milch“ neu. Betreiber ist das Unternehmerpaar Natacha und Alex Neumann. Am 27.5.2026 waren Presse und geladene Gäste zu einem Vorabtermin geladen, zu dem auch Thomas Natschinski, Sänger des DDR-Kult-Lieds „In der Mokka-Milch-Eisbar“, eingeladen war. Am 28.5. startet der reguläre Betrieb.
Laptop-freie Zone im Untergeschoss: Darauf legen die Gastgeber Wert.

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Die einstige „Mokka Milch Eis Bar“ auf der Karl-Marx-Allee eröffnet unter dem Namen „Mokka Milch“ neu. Betreiber ist das Unternehmerpaar Natacha und Alex Neumann. Am 27.5.2026 waren Presse und geladene Gäste zu einem Vorabtermin geladen, zu dem auch Thomas Natschinski, Sänger des DDR-Kult-Lieds „In der Mokka-Milch-Eisbar“, eingeladen war. Am 28.5. startet der reguläre Betrieb.
Die Getränkekarte soll diverse Mokka-Mixgetränke beinhalten.

© Lionel Kreglinger

Die einstige „Mokka Milch Eis Bar“ auf der Karl-Marx-Allee eröffnet unter dem Namen „Mokka Milch“ neu. Betreiber ist das Unternehmerpaar Natacha und Alex Neumann. Am 27.5.2026 waren Presse und geladene Gäste zu einem Vorabtermin geladen, zu dem auch Thomas Natschinski, Sänger des DDR-Kult-Lieds „In der Mokka-Milch-Eisbar“, eingeladen war. Am 28.5. startet der reguläre Betrieb.
Auf der Empore können sich Gäste zum Coworking einmieten – ein Tagespass soll zehn Euro kosten.

© Lionel Kreglinger

 Die Wiedereröffnung der Mokka-Milch-Eisbar an der Karl-Marx-Allee wird mit einem Presseempfang und einer kleinen Eröffnungsparty gefeiert. Die Mokka-Milch-Eisbar war in der DDR einer der beliebtesten Treffpunkte des Berliner Ostens, fotografiert am 27.05.2026 in Berlin. Foto: Maurizio Gambarini/FUNKE Foto Services
Im hinteren Bereich des Obergeschosses ist der Coworking-Bereich, in den man sich für 350 Euro pro Monat einmieten kann.

© Funke Foto Services/Maurizio Gambarini

Im Untergeschoss ist der sogenannte Clubraum, der für private Events gebucht werden kann. Hier soll zunächst einmal „viel ausprobiert werden“, sagt Unternehmer Alex Neumann. Das könne vom Pilateskurs über Workshops hin zu „Cellokonzerten und Tanzveranstaltungen“ reichen. Einen eigenen Club betreibe man jedoch nicht.

 Die Wiedereröffnung der Mokka-Milch-Eisbar an der Karl-Marx-Allee wird mit einem Presseempfang und einer kleinen Eröffnungsparty gefeiert. Die Mokka-Milch-Eisbar war in der DDR einer der beliebtesten Treffpunkte des Berliner Ostens, fotografiert am 27.05.2026 in Berlin. Foto: Maurizio Gambarini/FUNKE Foto Services
Hier kann es auch mal lauter werden: im schallgeschützten Clubraum unter dem Café.

© Maurizio Gambarini/Funke Foto Services/IMAGO, Birgit Hölmer/VG Bild-Kunst, Bonn, 2026

Unter den geladenen Gästen beim Pre-Opening am Mittwoch war auch der Mann, der 1968 mit seinem Liebeslied „In der Mokka-Milch-Eisbar“ die DDR aufmischte. Auch an diesem von Eckart von Hirschhausen moderierten Spätnachmittag greift Thomas Natschinski zur Gitarre und haut sie raus, die in der DDR zum Kultsong gewordenen Zeilen: „In der Mokka-Milch-Eisbar hat sie mich gesehn, in der Mokka-Milch-Eisbar, da ist es geschehn.“ 

Die einstige „Mokka Milch Eis Bar“ auf der Karl-Marx-Allee eröffnet unter dem Namen „Mokka Milch“ neu. Betreiber ist das Unternehmerpaar Natacha und Alex Neumann. Am 27.5.2026 waren Presse und geladene Gäste zu einem Vorabtermin geladen, zu dem auch Thomas Natschinski, Sänger des DDR-Kult-Lieds „In der Mokka-Milch-Eisbar“, eingeladen war. Am 28.5. startet der reguläre Betrieb.
Findet Eis und neues Konzept der Mokka Milch „wunderbar“: Thomas Natschinski, Sänger des DDR-Kult-Lieds „In der Mokka-Milch-Eisbar“ von 1968.

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Mittes Bürgermeisterin Stefanie Remlinger freute sich nicht nur über den feministischen Dreh des Liedes (schließlich grabe, entgegen klassischer Rollenmodelle, hier die Frau den Mann an und nicht umgekehrt), sondern auch über die von der Verwaltung erteilte Betriebserlaubnis. Diese trudelte um 14.10 Uhr ein, knappe zwei Stunden vor Beginn der Veranstaltung, scherzte die Behördenchefin in ihrer Rede. Sie wünschte dem Team viel Erfolg in dieser „etwas toten Gegend“ auf der „pathetisch aufgeladenen und unvollendeten Karl-Marx-Allee“.

Die einstige „Mokka Milch Eis Bar“ auf der Karl-Marx-Allee eröffnet unter dem Namen „Mokka Milch“ neu. Betreiber ist das Unternehmerpaar Natacha und Alex Neumann. Am 27.5.2026 waren Presse und geladene Gäste zu einem Vorabtermin geladen, zu dem auch Thomas Natschinski, Sänger des DDR-Kult-Lieds „In der Mokka-Milch-Eisbar“, eingeladen war. Am 28.5. startet der reguläre Betrieb.
Stefanie Remlingers „alte grüne Feministenseele“ (Eigenbeschreibung) war beglückt über den Liedtext von Thomas Natschinski. Die Bürgermeisterin von Mitte ließ sich die Platte mit dem berühmten Mokka-Milch-Eisbar-Song vom Urheber signieren.

© Lionel Kreglinger

Für Songwriter Natschinski, Sohn des DDR-„Musicalkönigs“ Gerd Natschinski (1928–2015), war die Wiedereröffnung „ein wunderbares Déjà-vu“ im Stammlokal seiner damaligen Band: „Vor der Probe, nach der Probe, da in der Ecke war unser Stammtisch. Da haben wir gesessen und Cola mit Wodka getrunken.“ Manchmal habe es auch einen Eisbecher gegeben. „Das war der Aufhänger, warum wir gesagt haben: Dann machen wir doch ein Lied.“

Auftritte hatte seine Band zwar nie in der „Mokka-Milch-Eisbar“, aber das Lied sei immer ein besonderes geblieben und „noch immer präsent“.

Die einstige „Mokka Milch Eis Bar“ auf der Karl-Marx-Allee eröffnet unter dem Namen „Mokka Milch“ neu. Betreiber ist das Unternehmerpaar Natacha und Alex Neumann. Am 27.5.2026 waren Presse und geladene Gäste zu einem Vorabtermin geladen, zu dem auch Thomas Natschinski, Sänger des DDR-Kult-Lieds „In der Mokka-Milch-Eisbar“, eingeladen war. Am 28.5. startet der reguläre Betrieb.
„Orientiert an den 1960er-Jahren, aber in die Moderne transportiert“ – so definieren die Betreiber die neue Inneneinrichtung der „Mokka Milch“.

© Lionel Kreglinger

Die einstige „Mokka Milch Eis Bar“ auf der Karl-Marx-Allee eröffnet unter dem Namen „Mokka Milch“ neu. Betreiber ist das Unternehmerpaar Natacha und Alex Neumann. Am 27.5.2026 waren Presse und geladene Gäste zu einem Vorabtermin geladen, zu dem auch Thomas Natschinski, Sänger des DDR-Kult-Lieds „In der Mokka-Milch-Eisbar“, eingeladen war. Am 28.5. startet der reguläre Betrieb.
Auf gute Nachbarschaft: Zum Eröffnungstag gab es einen besonderen Gruß des ehemaligen Premieren-Kinos der DDR von nebenan.

© Lionel Kreglinger

Die einstige „Mokka Milch Eis Bar“ auf der Karl-Marx-Allee eröffnet unter dem Namen „Mokka Milch“ neu. Betreiber ist das Unternehmerpaar Natacha und Alex Neumann. Am 27.5.2026 waren Presse und geladene Gäste zu einem Vorabtermin geladen, zu dem auch Thomas Natschinski, Sänger des DDR-Kult-Lieds „In der Mokka-Milch-Eisbar“, eingeladen war. Am 28.5. startet der reguläre Betrieb.
Moderator Eckart von Hirschhausen und Gästin der ersten Stunde Claudia Nier, die seit ihrem achten Lebensjahr „mit Unterbrechungen“ im hiesigen Kiez wohnt.

© Lionel Kreglinger

Die einstige „Mokka Milch Eis Bar“ auf der Karl-Marx-Allee eröffnet unter dem Namen „Mokka Milch“ neu. Betreiber ist das Unternehmerpaar Natacha und Alex Neumann. Am 27.5.2026 waren Presse und geladene Gäste zu einem Vorabtermin geladen, zu dem auch Thomas Natschinski, Sänger des DDR-Kult-Lieds „In der Mokka-Milch-Eisbar“, eingeladen war. Am 28.5. startet der reguläre Betrieb.
Freut sich über die Wiedereröffnung: Claudia Nier war früher „nach der Schule“ schon begeisterte „Mokke“-Besucherin.

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Auch Claudia Nier war als Schülerin Stammgästin in der „Mokke“, die zusammen mit den fünf anderen Pavillons auf der Karl-Marx-Allee „Magnet für alle Berlin-Besucher“ war, wie sie sagt. Heute freut sie sich über die Wiederbelebung des Ortes und hofft auf positive Strahlkraft für die Umgebung. „Meine Mitschüler und ich trafen uns hier früher täglich – zum Eisessen, Quatschen, Zusammensein.“ Solche Orte fehlten heutzutage in der Gegend. Umso wichtiger, dass dem Leerstand-Trend in der Stadt nun ein neuer Ort der Begegnung entgegengesetzt werde.

Ob Mokka-Martini (in der Bar), Mokka-Eis (im Café) oder Mokka-Marinade (im Restaurant, das erst Mitte Juni starten wird) – das Leitmotiv der neuen, alten Lokalität auf der Karl-Marx-Allee 35 liegt auf der Hand. Jetzt liegt es an der Kundschaft, sich darauf einzulassen. Seit Donnerstag ist für alle geöffnet.

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