
© Sidney Gennies
Initiativen in Neukölln: „Ehre“, „Schwäche“, „Stärke“ hinterfragen
Zwei Initiativen in Neukölln versuchen, mit traditionellen Rollenbildern zu brechen. In der "Vätergruppe" und bei "Heros" sollen alte und junge Muslime lernen, das Konzept "Ehre" zu hinterfragen. Probleme gibt es trotzdem.
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Die Wände in dem kleinen Raum in der Uthmanstraße in Neukölln sind gespickt mit Zeugnissen des Erfolgs. Auszeichnungen, Urkunden, Zeitungsartikel über soziales Engagement. Doch die Männer, die um den weiß lackierten Tisch in der Mitte sitzen, sind hier, weil sie auch verloren haben. Dursun Güzel hat seine weißen Haare streng nach hinten gekämmt. Er trägt einen schlichten braunen Pullover mit Strickmuster, einen stattlichen Schnauzer und verrührt den Zucker in dem Glas schwarzen Tees vor sich. Vor 40 Jahren ist der 69-Jährige aus Anatolien nach Deutschland gekommen, hat seine Kinder und deren Kinder in Berlin aufwachsen sehen. Doch ganz angekommen ist er in diesem Land nie. Die Heimat, die Traditionen in Anatolien sind ihm noch immer viel vertrauter. Er ist hier, um damit zu brechen.
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