Umfrage zu Berliner Olympia-Bewerbung: Mehrheit der Bevölkerung sieht die Spiele als Belastung statt als Chance
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Die olympischen Ringe in Deutschland, Berlin am 14.07.2025: Die fünf Olympischen Ringe am Haupteingang Osttor in Berlin-Charlottenburg vor dem Olympiastadion.

© IMAGO/Achille Abboud

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Umfrage zu Berliner Olympia-Bewerbung: Mehrheit der Bevölkerung sieht die Spiele als Belastung statt als Chance

Am Donnerstag stimmt das Abgeordnetenhaus über die Berliner Olympia-Bewerbung ab, eine Mehrheit gilt als sicher. Eine neue Civey-Umfrage zeigt jedoch, dass die Berliner kritischer auf das Mega-Event blicken.

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Die Berlinerinnen und Berliner sind in Bezug auf die Ausrichtung von Olympischen und Paralympischen Spielen weiterhin gespalten. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des Tagesspiegels gaben 43 Prozent der Befragten an, dass sie einer Bewerbung Berlins eher oder sehr negativ gegenüberstehen. Mit 40 Prozent äußern sich fast genauso viele eher oder sehr positiv. 17 Prozent der Berlinerinnen und Berliner sind demnach unentschieden in der Frage.

Deutlicher fällt die Bewertung aus, ob sich eine Ausrichtung der Spiele für die Stadt lohnen würde. Für nur 32 Prozent würde dies eine Chance für Berlin bedeuten, 49 Prozent sehen darin dagegen eine Belastung. Für die Umfrage wurden 1000 Berlinerinnen und Berliner befragt. Der statistische Fehler – sprich die mögliche Abweichung aufgrund der Stichprobengröße – liegt bei 5,8 Prozentpunkten.

Der Berliner Senat hat vor wenigen Wochen sein Bewerbungskonzept für die Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele vorgestellt. Diese sollen 2036, 2040 oder 2044 stattfinden. Am Donnerstag debattiert das Abgeordnetenhaus in der Aktuellen Stunde über die Bewerbung. Anschließend stimmen die Parlamentarier über einen politisch nicht bindenden Antrag für eine Olympia-Bewerbung ab. CDU- und SPD-Fraktion unterstützen die Pläne des Senats. Auch die AfD ist grundsätzlich für Olympia, Linke und Grüne lehnen eine Bewerbung ab.

Volksbefragung in Berlin nicht möglich

Damit Berlin überhaupt Austragungsort werden könnte, muss es sich zunächst im innerdeutschen Wettbewerb gegen München, Hamburg und die Region Rhein-Ruhr durchsetzen. Am 26. September will der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) entscheiden, mit welchem Bewerber Deutschland ins Rennen geht. Wann das Internationale Olympische Komitee über die kommenden Austragungsorte entscheidet, ist noch offen.

Der Rückhalt in der Bevölkerung ist eines von vielen Kriterien, die bei der Auswahl für den DOSB eine Rolle spielen. Das Land Berlin hat den Nachteil, dass es, anders als die deutsche Konkurrenz, laut Verfassung keine Volksbefragung von oben initiieren kann. In München und Rhein-Ruhr hat sich die Bevölkerung in entsprechenden Referenden bereits hinter die Olympia-Pläne gestellt. In Hamburg wird das Ergebnis der Befragung am 31. Mai erwartet. Eine Umfrage des NDR zufolge, sind dessen Bürgerinnen und Bürger ebenfalls gespalten in der Frage.

Für den Berliner Senat besonders misslich: Ein Referendum von unten wäre möglich. Genau das haben Gegner der Olympia-Pläne bereits angekündigt, sollte sich der DOSB für Berlin entscheiden. Das Szenario, dass Berlins Bevölkerung die Entscheidung des DOSB mit einem negativen Votum im Nachhinein torpediert, dürften die Sportfunktionäre bei ihrer Entscheidung im Blick haben. Inwieweit es Berlins Chancen schmälert, überhaupt ausgewählt zu werden, ist schwer zu sagen.

Wegen der fehlenden Volksbefragung sind Meinungsumfragen für den Senat umso wichtiger. Die letzten Monate ergaben hier ein gemischtes Bild. Laut einer im März veröffentlichten Umfrage im Auftrag des Deutschen Olympischen Sportbundes können sich knapp zwei Drittel der Berliner Olympische Spiele in der Hauptstadt vorstellen, 34 Prozent lehnen demnach eine Austragung ab. In einer Umfrage von Civey im Auftrag der „Berliner Morgenpost“ aus dem Sommer 2025 lehnten 56 Prozent eine Bewerbung ab.

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