Viele Redaktionen ausgezeichnet: Das sind Berlins beste Schülerzeitungen – alle Gewinner im Überblick
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Viel Lob und viele Preise: Am Dienstag wurden die besten Schülerzeitungen Berlins ausgezeichnet.

© Marie Staggat für den Tagesspiegel

Viele Redaktionen ausgezeichnet: Das sind Berlins beste Schülerzeitungen – alle Gewinner im Überblick

Viel Lob und viele Preise: Am Dienstag wurden die besten Schülerzeitungen Berlins ausgezeichnet. Welche Redaktionen gewonnen haben – und wieso.

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Kreativ, mutig – und unglaublich engagiert: Am Dienstag wurden Berlins beste Schülerzeitungen ausgezeichnet. Bei der feierlichen Preisverleihung in der Aula der Max-Taut-Schule in Lichtenberg gab es zahlreiche Preise und viel Lob für den journalistischen Nachwuchs.

„Schülerjournalismus ist relevant und unverzichtbar“, sagte Berlins Bildungssekretärin Christina Henke (CDU). „Es ist wichtig, dass es Zeitungen gibt, in denen Schülerinnen und Schüler über die Dinge schreiben können, die ihnen am Herzen liegen.“

Schülerzeitungswettbewerb 2026
 Berlins Bildungssekretärin Christina Henke (CDU). 

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Henke betonte, dass dazu auch Themen gehören, die unbequem sind, etwa Mobbing an der Schule oder Unterrichtsausfall. „Ihr habt den Mut, darüber zu schreiben – das finde ich großartig und das verdient Respekt und Anerkennung“, sagte Henke, die in ihrer Schulzeit selbst an einer Schülerzeitung mitgearbeitet und ein Praktikum bei einer Lokalzeitung gemacht hat. „Bleibt neugierig, kritisch und mutig“, sagte sie an die jungen Redakteurinnen und Redakteure gewandt.

Schülerjournalismus ist relevant und unverzichtbar.

Christina Henke (CDU), Staatssekretärin für Bildung

Ermutigende Worte hatte auch Anke Myrrhe, stellvertretende Chefredakteurin des Tagesspiegels, der Medienpartner des Wettbewerbs ist, mit dabei. „Das, was ihr tut, ist wahnsinnig wichtig. Bleibt kritisch, fragt weiter nach“, sagte Myrrhe. „Und wenn jemand von euch Journalistin oder Journalist werden möchte, dann tut es. Es ist der beste Job der Welt.“

Schülerzeitungswettbewerb 2026
Anke Myrrhe, stellvertretende Chefredakteurin des Tagesspiegels, zeichnete die Zeitungen in der Kategorie Gymnasien aus.

© Marie Staggat für den Tagesspiegel

Myrrhe würdigte den „unverstellten und vielfältigen Blick“ der jungen Redakteurinnen und Redakteure. Sie würden „unerschrocken beobachten, präzise nachfragen und beschreiben, was ihre Generation gerade beschäftigt“. Das sei bemerkenswert und gerade „in einer Zeit voller widersprüchlicher Informationen auf allen Kanälen“ wichtig.

Antonia Luigs vom Vorstand der Jugendpresse Berlin-Brandenburg, die den Wettbewerb gemeinsam mit der Bildungsverwaltung ausrichtet, sagte, die ausgezeichneten Schülerzeitungen gäben Hoffnung: „Gerade in diesen politischen Zeiten braucht es kritische, mutige und neugierige Stimmen, die an Demokratie und Menschlichkeit appellieren.“

Die Haltung der jungen Journalistinnen und Journalisten sei beeindruckend – und die Zeitungen viel mehr als journalistische Spielwiesen, nämlich politische Orte, an denen Schülerinnen und Schüler Missstände benennen, Positionen beziehen und sichtbar machen, was sie wirklich bewegt.

Schülerzeitungswettbewerb 2026
Richtig voll war es bei der feierlichen Preisverleihung in der Aula der Max-Taut-Schule in Lichtenberg.

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Schülerzeitungswettbewerb 2026

© Marie Staggat für den Tagesspiegel

Bereits zum 23. Mal wurden die besten Schülerzeitungen Berlins ausgezeichnet. Mehr als 50 Redaktionen hatten sich um einen der begehrten Preise beworben. Ausgezeichnet wurden die Zeitungen in sechs Schulkategorien. Die ersten beiden treten jeweils im Bundeswettbewerb gegen Redaktionen aus ganz Deutschland an.

Bewertet wurden unter anderem Auswahl und Vielfalt der Themen, aber auch Sprache, Stil, die Mischung an Textformen sowie die Kreativität des Layouts, die Auswahl der Bilder oder digitale Zusatzangebote.

Zudem wurden dank Sponsoren vier thematische Sonderpreise vergeben: Die Senatskanzlei zeichnete für besondere Berichterstattung über Europa den „Schlaufuchs“ der Grundschule auf dem Tempelhofer Feld in Tempelhof und das „Flugblatt“ des Lilienthal-Gymnasiums in Lichterfelde aus. Den Preis für Digitalen Journalismus des Jugendnetzes Berlin bekamen ebenfalls der „Schlaufuchs“ sowie die Zeitung „Shyft“ des Walther-Rathenau-Gymnasiums in Grunewald.

Schülerzeitungswettbewerb 2026

© Marie Staggat für den Tagesspiegel

Unter dem Motto „Mensa im Stresstest: Zeitdruck, Schlangen, Chaos beim Bestellen?“ prämierte die Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung die „HavelNews“ der Havelland-Grundschule in Schöneberg. Und die Unfallkasse vergab den Preis „Wie geht ihr miteinander um?“ an die „Fuchs-Kolumne“ der Kolumbus-Grundschule in Reinickendorf sowie die Zeitung „Senfgoelb“ des Goethe-Gymnasiums in Lichterfelde.

Zudem gab es einen Extrapreis für mutigen Journalismus: Die Jury zeichnete die Schülerzeitung „Anna-Freud-Culture“ der Anna-Freud-Schule in Charlottenburg für ihre Ausgabe „Licht im Dunkeln“ aus, in der sie über Themen wie geschlechtliche Vielfalt und Selbstbestimmung von Frauen berichtet.

Die Gewinner im Detail


Förderschulen: Starke Fotos und viele Einblicke in den Schulalltag

Die Redaktion der Schülerzeitung „Blattsalat“ der Stephanus-Schule, einer Schule mit Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“ in Weißensee, setzt auf QR-Codes: Mit deren Hilfe können sich Schülerinnen und Schüler die Texte vorlesen lassen. Piktogramme, starke Fotos, Texte in einfacher Sprache und Texte mit getrennten Silben bauen Barrieren ab, damit alle an den Inhalten teilhaben können. Schwerpunkt der 46. Ausgabe ist das 35. Schuljubiläum. Auch darüber hinaus findet sich viel Lesenswertes rund um den Alltag in der Schule und das starke Wir-Gefühl. Dafür gibt es Platz eins in der Kategorie Förderschulen.

Schülerzeitung der Stephanus-Schule
46. Ausgabe, Juli 2025
Schülerzeitungswettbewerb Cover

© privat

Platz zwei geht in diesem Jahr an „Eschkes Einblicke“ der Ernst-Adolf-Eschke-Schule für Gehörlose in Westend. Und die Zeitung macht ihrem Namen alle Ehre: Die Redaktion gibt viele Einblicke in den Schulalltag, zeigt Bilder von Ausflügen zur Grünen Woche oder dem Barfußpfad, von Workshops und Kursen oder der Abschlussfeier. Auch über den Besuch von Heike Heubach (SPD), der ersten tauben Abgeordneten im Bundestag, wird berichtet. 80 Seiten hat die aktuelle Ausgabe von „Eschkes Einblicke“.

Liebevoll gestaltet ist die 66. Ausgabe des „Rasenden Kuriers“ der Sancta Maria Schule der hl. Hedwig in Nikolassee, einer Schule mit den Förderschwerpunkten „Lernen“ und „Geistige Entwicklung“. Sehr schülernah und mit vielen Bildern berichtet die Redaktion über das, was an der Schule so los ist – die große Faschingsfeier, Klassenfahrten, das Sportfest oder die Besinnungstage. Ausführlich werden diejenigen vorgestellt, die die Schule nach ihrem Abschluss verlassen. Auch Rätsel und Schülerzeichnungen finden sich in der Zeitung. Dafür gibt es den dritten Platz.


Grundschulen: Superhelden, Politik und Glauben

Platz eins in der Kategorie Grundschulen geht in diesem Jahr nach Friedrichsfelde: Die „Tränke Post“ der Grundschule am Tränkegraben gewinnt mit ihrer thematisch vielfältigen zweiten Ausgabe, die unter dem Motto „Superkräfte“ steht. Die Schülerinnen und Schüler berichten über Superheldinnen und -helden – und würdigen die Holocaust-Überlebende Margot Fridländer mit einem gelungenen „Seid Menschen“-Bingo für mehr Menschlichkeit im Alltag. Auch das ansprechende Layout hat die Jury überzeugt.

Schülerzeitungswettbewerb Cover
Die Schulzeitung der Grundschule am Tränkegraben

© privat

Den zweiten Platz belegt die Zeitung „Karlchen“ der Karlsgarten-Grundschule in Neukölln. Sie beschäftigt sich in ihrer bereits 44. Ausgabe mit vielen Themen, die die Schülerinnen und Schüler direkt betreffen: Unter anderem berichtet die Redaktion über die Bebauung des nahen Tempelhofer Feldes – und hat dazu etwa ein Streitgespräch mit Berlins früherem Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) geführt.

Für ihren Themenschwerpunkt Glauben bekommt die „Fuchs-Kolumne“ der Kolumbus-Grundschule in Reinickendorf den dritten Preis. Die jungen Reporterinnen und Reporter berichten über die vielfältigen Glaubensformen an der Schule. Auch das aufwendige Layout und die Illustrationen haben der Jury gut gefallen.


Sekundarschulen: Harte Themen, praktische Tipps

Volle Kanne gut ist die Schülerzeitung „Volle Kanne“ der Reinhold-Burger-Schule in Pankow. In der Kategorie Integrierte Sekundarschulen landet sie auf Platz eins. Die Redaktion berichtet über Themen, die die Schülerinnen und Schüler bewegen. Unter anderem klärt sie über Essstörungen auf oder über Drogenmissbrauch. Auch Einblicke in den Schulalltag enthält das professionell gestaltete Schülermagazin.

Schülerzeitungswettbewerb Cover
VOLLE KANNE
Eine Produktion der Reinhold Burger Schule

© privat

Ebenfalls aus Pankow kommt die zweitbeste Schülerzeitung der Berliner Sekundarschulen: Die „JKS-Inside“ der Janusz-Korczak-Schule gibt praktische Tipps, indem die Redaktion zum Beispiel erklärt, wie Schülerinnen und Schüler den perfekten Praktikumsplatz bekommen. Sehr anschaulich wird beschrieben, wie Gebärdensprache funktioniert. Zudem informiert die Redaktion ausführlich über das, was an der Schule passiert.

Platz drei geht an „FBS-Stories“ der krisengebeutelten Friedrich-Bergius-Schule in Friedenau. Die Schülerzeitung wurde neu gegründet. Sie informiert umfassend über die Schulsozialarbeit, informiert über das Fach Empathie, interviewt den neuen Schulleiter – und thematisiert dabei auch offen die Missstände an der Schule. Das Layout ist frisch und farbenfroh.


Gemeinschaftsschulen: Saubere Klos und Hoffnung

„Wie sauber sind unsere Toiletten wirklich?“ – das hat sich die Redaktion der Schülerzeitung „Schnipsel“ des Campus Hannah Höch in Reinickendorf gefragt und recherchiert. Für diese Geschichte, insgesamt aber für ihr breites thematisches Angebot mit vielen Texten zum Schulleben, landet der „Schnipsel“ auf Platz eins in der Kategorie Gemeinschaftsschulen. Auch die vielen selbstgemachten Fotos sind der Jury positiv aufgefallen.

Schülerzeitungswettbewerb Cover
Schnipsel, die Schüler*innen-Zeitung des Campus Hannah Höch

© privat

Queerfeindliches Mobbing an Schulen thematisiert das „MagazinEins“ der SchuleEins in Pankow in einem Comic – und gibt darin Tipps, wo junge Menschen Hilfe bekommen. Auch politische Themen wie die weitere Verlängerung der A100 spart die Redaktion nicht aus. Besonders macht die Zeitung auch ein eigener Teil für die jüngeren Schülerinnen und Schüler. Dafür gibt es den zweiten Platz.

Die Redaktion der Zeitung „DENKmal“ der Wilhelm-von-Humboldt-Gemeinschaftsschule in Prenzlauer Berg hat dem Thema „Hoffnung“ eine ganze Ausgabe gewidmet. Kreativ setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit diesem komplexen philosophischen Thema auseinander. Die Zeitung enthält zahlreiche Beiträge, die zum Nachdenken anregen – Platz drei.


Gymnasien: Ohne Nazis – aber mit viel Leidenschaft und Kreativität

Eine klare Haltung hat die Schülerzeitung „OHnE“ des Heinz-Berggruen-Gymnasiums in Westend – und zeigt das auch: „OHnE Nazis“ prangt auf dem Titelbild und weist auf das Leitthema hin. Aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet die Redaktion das Thema, unter anderem schildern Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Erfahrungen. Auch schulbezogene Texte und humorvolle Inhalte kommen nicht zu kurz. Das Heft ist übersichtlich aufgebaut, sorgfältig gestaltet – das Layout überzeugt. Dafür gibt es den ersten Platz in der Kategorie Gymnasien.

Schülerzeitungswettbewerb Cover

© privat

Mit ihrer zweiten Ausgabe überhaupt schafft es diese Schülerzeitung auf Platz zwei: Die „Lux Looks“ des Rosa-Luxemburg-Gymnasiums in Pankow hat die Jury durch ihr professionelles Erscheinungsbild beeindruckt. Ein klassisches, ruhiges Layout zieht sich durch das gesamte Heft, das in einem ungewöhnlichen Format zwischen DIN A5 und A4 erscheint. Die Fotos sind qualitativ hochwertig und selbst gemacht. Auch der Inhalt überzeugt: Die Redaktion berichtet unter dem Leitthema „Unter Druck“ über Druck im Alltag, in der Politik, im Sport und im Schulleben.

Der dritte Platz geht an die Zeitung „Shyft“ des Walther-Rathenau-Gymnasiums in Grunewald. Sie ist thematisch vielfältig gestaltet. Schwerpunktmäßig hat sich die Redaktion mit dem Thema „Grenzen“ auseinandergesetzt. Auch Alltags- und Schulthemen sowie Gedichte finden sich auf den 80 Seiten. Die gelungene Bildauswahl verleiht den Texten zusätzliche Tiefe. Spannende Einblicke gibt eine Doppelseite, auf der die Heimarbeitsplätze der Lehrkräfte vorgestellt werden. Auch digital setzt die „Shyft“ Maßstäbe: Sie nutzt Instagram, eine Webseite – und einen Podcast.


Oberstufenzentren: Licht ins Dunkel bringen

Im Bereich der Oberstufenzentren wird in diesem Jahr nur eine Schülerzeitung ausgezeichnet. Den ersten Platz belegt die „Anna-Freud-Culture“ der Anna-Freud-Schule in Charlottenburg.

Anna-Freud-Culture wird herausgegeben von Schülerinnen und Schülern der Anna-Freud-Schule.
Schülerzeitungswettbewerb Cover

© privat

Für ihre 41. Ausgabe hat sich die Redaktion kein einfaches Thema gegeben. Der Schwerpunkt „Licht im Dunkeln“ zieht sich konsequent durch das gesamte Heft. Einerseits beleuchten die Schülerinnen und Schüler schwierige und komplexe Themen, andererseits wollen sie mit ihrem Leitthema „ein wenig Hoffnung in diese unklaren Zeiten bringen“, wie die Chefredaktion in ihrem Vorwort schreibt. Es mischen sich Texte, die Einblicke in politische sowie gesellschaftliche Debatten geben, persönliche Beiträge, Gedichte und viel, das zum Nachdenken anregt. Dabei sind die Darstellungsformen vielfältig: Auf den 72 Seiten der Ausgabe finden sich Interviews, Sachtexte, Ratgebertexte – etwa Tipps für dunkle Tage – und Erlebnisberichte.

Herausragend sind neben den Texten auch das Layout und die Gestaltung der Zeitung; auch hier spiegelt sich das Thema „Licht im Dunkeln“ wider. Die Schülerzeitung ist klar gegliedert und strukturiert. Und die Leserinnen und Leser können Feedback geben – über einen QR-Code.

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