
© imago/Jan Huebner
Der 1. FC Union im Abstiegskampf: Der Lieblingsgegner kommt zur richtigen Zeit
Mit dezimierter Abwehr und unter mächtigem Druck tritt der 1. FC Union am Sonntag in Freiburg an. Immerhin lässt die Geschichte auf einen Befreiungsschlag hoffen.
Stand:
nun bevorzugt anzeigen lassen. Mehr erfahren oder direkt aktivieren.
Immerhin ist Tom Rothe wieder dabei. An dieser frohen Botschaft wärmte man sich beim 1. FC Union in dieser Woche wie ein wintergehärteter Berliner Jogger in den ersten Sonnenstrahlen des Vorfrühlings. Denn vor dem Spiel beim SC Freiburg am Sonntag (17:30 Uhr, Dazn) waren erfreuliche Nachrichten ein wahrlich seltenes Gut.
Zum 26. Spieltag steht Union nur vier Punkte vor dem Relegationsrang und hat aus den letzten zehn Spielen nur einen einzigen Sieg geholt. Nun müssen sie mit einer von Sperren und Verletzungen dezimierten Abwehr nach Freiburg fahren, wo der Gastgeber seit August keine Heimniederlage mehr erlebt hat.
Da war die Rückkehr des Langzeitverletzten Rothe eine willkommene Prise Salz in einer Suppe voller Haare. Doch nicht nur deshalb lässt sich mancher in Köpenick trotz allem auf den Befreiungsschlag im Abstiegskampf hoffen. Denn so klar die Rollen am Sonntag verteilt sind: In den letzten Jahren verhieß ein Spiel gegen den SC Freiburg zu dieser Jahreszeit fast immer etwas Gutes für Union.
Union hat viele gute Erinnerungen an Freiburg
„Das ist ein Gegner, gegen die wir in den letzten vier Spielen immer das Glück hatten, zu punkten“, erinnerte Trainer Steffen Baumgart vor der Abreise in den Südwesten. „Das ist für uns auch ein klares Zeichen, dass wir es können.“
In Wirklichkeit geht dieser Trend sogar länger zurück. Seit dem Aufstieg 2019 hat Union nur zwei seiner 14 Pflichtspiele gegen Freiburg verloren. Gewonnen haben die Berliner siebenmal, und zwar oft dann, wenn sie einen Sieg unbedingt brauchen.
Dazu gehörten auch einige prägende Momente der jüngeren Vereinsgeschichte. Unvergessen bleibt etwa der 2:1-Heimsieg im Mai 2024, als der frühere Freiburger Janik Haberer in allerletzter Minute für die Rettung im Abstiegskampf sorgte. Ebenfalls das 4:2 im Jahr zuvor, das zu einem entscheidenden Sieg im Rennen um die Champions-League-Plätze wurde.
Auch in Freiburg gab es einige wichtige Siege in der Schlussphase der Saison. Im Mai 2022 gelang den Berlinern ein überraschendes 4:1, das den Weg in die Europa League ebnete. Und vor fast genau einem Jahr entführte Baumgarts Mannschaft mitten im Abstiegskampf ein 2:1 aus dem Breisgau.
Fakt ist, dass wir im letzten Jahr in einer ähnlich schwierigen Situation waren.
Steffen Baumgart, Trainer des 1. FC Union
„Fakt ist, dass wir im letzten Jahr in einer ähnlich schwierigen Situation waren“, sagte Baumgart in dieser Woche. Doch auch, wenn Freiburg immer noch im selben Stil spiele, wollte er den damaligen Sieg nicht als Blaupause gelten lassen: „Spiele, die vor einem Jahr waren, sind doch erledigt.“
Tatsächlich ist die Lage für Union diesmal anders. Damals hatte man mit vier Punkten gegen Eintracht Frankfurt und den FC Bayern die Wende schon geschafft. Heute steckt man mitten im Formtief. Damals reiste man mit der mehr oder weniger stärksten Startelf nach Freiburg. Am Sonntag muss man einige Ausfälle verkraften.
Gesperrt ist nicht nur András Schäfer, sondern auch Leopold Querfeld, der eine mächtige Lücke in der Innenverteidigung hinterlässt. Der Österreicher hatte bisher keine Minute der Saison verpasst, und weil Diogo Leite weiterhin verletzt ist, muss Baumgart in der Dreierkette zwischen Stanley Nsoki und Danilho Doekhi auf eine Notlösung zurückgreifen. Auch hinter Torwart Frederik Rönnow stand diese Woche ein Fragezeichen, nachdem sich der Däne im Training leicht verletzte.
Umso besser, könnte man sagen, dass man jetzt auf den Lieblingsgegner trifft. Ein klassischer Überraschungssieg gegen Freiburg war jedenfalls selten so nötig wie jetzt.
- showPaywall:
- false
- isSubscriber:
- false
- isPaid:
- false