„Ein Kanzler von der AfD wäre schon tough“ : Joschka Fischer warnt CDU vor Koalition mit AfD
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„Wir werden dann die Frage hören: Spinnen die Deutschen jetzt wieder?“ Joschka Fischer, ehemaliger Außenminister, warnt vor AfD-Regierungen

© dpa/Fabian Sommer

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„Ein Kanzler von der AfD wäre schon tough“ : Joschka Fischer warnt CDU vor Koalition mit AfD

Ex-Außenminister Joschka Fischer (Grüne) sieht in der CDU Anhänger von Koalitionen mit der AfD. Er sieht die CDU in einem solchen Fall vor einer Spaltung.

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Der frühere Außenminister Joschka Fischer (Grüne) sieht innerhalb der CDU Befürworter einer Koalition mit der AfD und warnt sie vor einem solchen Schritt.

„Es gibt, unter der Oberfläche, eine Debatte in der CDU, ob sie nicht mit der AfD kooperieren, sogar koalieren kann“, sagte Fischer dem Tagesspiegel: „Eine solche Zusammenarbeit würde die CDU nicht überleben. Es würde sie spalten. Ein Ende der CDU würde Deutschland erheblich destabilisieren.“

Ein Ende der CDU würde Deutschland erheblich destabilisieren.

Joschka Fischer, Grüne, Ex-Außenminister

Fischer sagte, die CDU solle sich den Niedergang der italienischen Democrazia Cristiana genau ansehen, „besonders all jene in der CDU, die gern mit der AfD regieren wollen“. Er bejahte die Frage, ob er es CDU-Chef Friedrich Merz abnehme, wenn er sage, er werde niemals mit der AfD koalieren.

Mit Blick auf die hohen Umfragewerte der AfD sagte Fischer, die AfD in Regierungsverantwortung wäre „ein schwerer Schlag für die deutsche Demokratie“. Das internationale Vertrauen in Deutschland würde in einem solchen Falle „kollabieren“.

Die Forderung der AfD nach einer Re-Nationalisierung sei „schon jetzt die größte innenpolitische Herausforderung“. Wenn Nationalisten in den wichtigsten Ländern Europas an die Macht kämen, habe Europa keine Zukunft. Fischer ließ die Frage offen, ob er in Deutschland leben könne, sofern die AfD regiere oder sogar den Bundeskanzler stelle. Das wisse er nicht, sagte er: „Ein Bundeskanzler von der AfD wäre schon tough.“

Der langjährige Grünen-Spitzenpolitiker nannte die Vorstellung eines AfD-Ministerpräsidenten, etwa in Sachsen-Anhalt, „beängstigend“. Da gebe es „nichts zu verharmlosen“, sagte Fischer: „Eine AfD-Regierung würde an der Kultur- und Wissenschaftsfreiheit rütteln und die Unabhängigkeit der Justiz infrage stellen.“ Mit einem AfD-Ministerpräsidenten wären „essenzielle Teile unserer freiheitlichen Verfassung bedroht“.

Wählten die Menschen Sachsen-Anhalt im September so, wie es die Umfragen jetzt zeigten, „werden die Menschen vor Ort einen hohen Preis bezahlen. Und wir mit ihnen“, sagte Fischer: „Sollte die AfD in einem Land an die Macht kommen, wird man sich in Polen und Frankreich fragen, ob es wieder so weit ist. Wir werden dann die Frage hören: Spinnen die Deutschen jetzt wieder?“

Fischer war von 1998 bis 2005 erster grüner Außenminister und Vizekanzler. Von 1985 bis 1987 war er erster Grünen-Minister überhaupt, als Umweltminister in Hessen. 

Das gesamte Interview mit Joschka Fischer lesen Sie hier ab Pfingstmontag.

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