Wahl des Bundespräsidenten: Eine Übung in Demut für die Union
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In meine Arme. Nach der Wahl gehörte der noch amtierende Bundespräsident Joachim Gauck zu den ersten Gratulanten.

© REUTERS, Fabrizio Bensch

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Wahl des Bundespräsidenten: Eine Übung in Demut für die Union

Es ist bunt und lebendig und ein bisschen wie Klassentreffen. Da fällt es kaum auf, dass sich bei der Wahl des Bundespräsidenten die AfD der demonstrativen Gemeinsamkeit verweigert.

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Der Mann in der ersten Reihe rührt keinen Finger zum Applaus. Rund um ihn herum klatschen fast alle. Aber Horst Seehofers Hände bleiben fest ineinander verkrampft auf dem Pult. Die Wahl des Bundespräsidenten ist ja eigentlich mehr ein feierliches Ereignis. Doch der Präsident des Bundestages hat das Recht auf eine Einführungsrede, und Norbert Lammert nutzt es nach Kräften. Über die Gefahren für die Demokratie spricht er, über eine Welt in Unordnung und sehr deutlich über den neuen Mann im Weißen Haus. „Wer Abschottung anstelle von Weltoffenheit fordert und sich sprichwörtlich einmauert“, sagt Lammert, wer „Wir zuerst“ zum Programm erkläre, dürfe sich nicht wundern, wenn es ihm andere gleichtäten. Ein tosender Applaus brandet auf, dann erheben sich sogar die meisten der mehr als 1200 Männer und Frauen im Plenarsaal unter der Reichstagskuppel. Die Bundesversammlung wird zur Kundgebung der versammelten deutschen Parlamente gegen Donald Trump. Nur die AfD klatscht wieder nicht. Und Horst Seehofer nicht. Als Lammert „Abschottung“ sagte, ist dem CSU-Chef das Blut förmlich ins Gesicht geschossen. Als ob er gemeint gewesen wäre.

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