25 Jahre "Dirty Dancing": Die Politik der kleinen Schritte
„Dirty Dancing“ gilt als Mädchenschmonzette. 25 Jahre nach dem Kinostart deckt nun ein Buch auf: Der Film ist politisch, jüdisch, pornografisch. Ein Wiedersehen.
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Kein Prosecco. Kein Jogi-Tee. Keine fettfreien Haribos. Kein Mädchenkram. Wenn ich schon „Dirty Dancing“ gucke, heute, mit 32 Jahren, 25 Jahre, nachdem der Film in die Kinos kam, dann im Rahmen eines wissenschaftlichen Versuchsaufbaus. Ich schalte alle Lichter im Zimmer an und stelle das iPad mit dem Film auf den Schreibtisch. Daneben den Laptop, für Notizen. Ich starte den Film und tippe: „2:24: Baby sitzt auf dem Rücksitz eines Autos und liest ein Buch.“ Ich halte den Film wieder an. Ich entziffere den Titel. Baby liest „The Plight of the Peasant“ – Die Misere der Bauern. Ich wechsle in den Browser und gebe den Titel in die Datenbank der Library of Congress ein, dann bei Google Books. Keine Treffer. Offenbar ein fiktives Werk. Schon jetzt, bei zwei Minuten 24 Sekunden Spielzeit, die erste Überraschung. Dirty Dancing, der Inbegriff des oberkitschigen Frauenfilms, beginnt damit, dass die Hauptfigur marxistische Prosa liest. Und das während der Fahrt, wobei Mädchen ja bekanntlich normalerweise schlecht wird.
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