
© Mauritius, Catharina Lux
Ausflugsserie "Glück am Wasser" (2): Die Mecklenburger Kleinseenplatte: Und frühmorgens ein Fortissimo
Ein akrobatischer Fischadler, Maränen aus dem Wummsee, "Pomme de Meck"-Cider aus Diemitz und blaue Fluchten. Abenteuer im Seenland.
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Frühmorgens um Fünf ist die Welt für Wilhelm Gehrt am allerschönsten. Was für ein herrlicher Sonnenaufgang über dem Großen Zechliner See, wenn der Himmel erst in Lila, dann tiefrot und schließlich goldgelb leuchtet und die ersten noch kühlen Strahlen das Wasser zum Glitzern bringen. Gehrt, ein kräftiger Typ, Kurzhaarschnitt, blau-weiß gestreiftes Baumwollhemd, schwarze Gummischürze, sitzt am Heck seines länglichen Fischerkahns. Leise tuckert der Motor. In den Eichen am Ufer sind die Singvögel schon beim Fortissimo. Der Fischer hält Ausschau nach seinem Freund. Da schwebt er heran, ein kräftiger Vogel. Hakenschnabel, Flügelspannweite gut 1,70 Meter, weiße Federbrust, gelbe Augen. Zum Greifen nah streicht der Fischadler übers Boot. Gehrt schleudert eine Maräne in die Luft, eine zweiten, dritte. Der Adler fängt sie im Flug. Es ist ihr Morgenritual.
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