Essstörungen, Bulimie, Anorexie: Viel zu wenig
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"Ich habe dünnsein mit glücklichsein verwechselt" Louise Kirschbaum*, Patientin

© Doris Spiekermann-Klaas

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Essstörungen, Bulimie, Anorexie: Viel zu wenig

Essen hält Leib und Seele zusammen - das gilt auch im negativen Sinne. Vor allem junge Frauen sind von Esstörungen betroffen. Mit teilweise dramatischen Folgen.

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Berlin-Mitte, Gendarmenmarkt. Ein ganz normaler Montagnachmittag im August: Touristengruppen bevölkern die Fläche zwischen den beiden Domen, folgen Reiseführer-Regenschirmen, lagern auf den Konzerthaus-Treppen, lauschen Reiseführer-Reden. Um sie herum: geschäftliches Treiben. Kreative, Manager, Macher. Männer in Anzügen, Frauen in Kostümen. Eilig und beschäftigt, ehrgeizig und diszipliniert. Erfolgreich. Schlank.»All diese perfekten Menschen«, sagt Louise Kirschbaum* und schüttelt den Kopf. »Das ist manchmal echt hart.« Sie sitzt in einem der zahlreichen Cafés, die den Gendarmenmarkt säumen. Aber nicht draußen auf dem Trottoir, in der Front-Reihe des alltäglichen Schaulaufens, sondern drinnen, wo es kühler ist. Ruhiger. Versteckter. »Ich wollte auch immer so sein wie sie«, sagt sie und blickt noch einmal aus dem bodentiefen Café-Fenster in Richtung der vorbeieilenden Geschäftsmänner und -frauen. Aber weil ihr das eben nie gelang, weil sie sich nie so perfekt fühlte, wollte sie lieber - verschwinden.

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