Wo die Reiseapotheke hingehört: Im entscheidenden Moment fehlt immer das Entscheidende
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Reiseapotheke, zusammengestellt von der Krankenkasse AOK. (Symbolbild)

© imago/Arnulf Hettrich

Wo die Reiseapotheke hingehört: Im entscheidenden Moment fehlt immer das Entscheidende

Wer in den Urlaub fährt, sollte die Medikamente nicht vergessen. Vor allem gilt es, sie so zu verstauen, dass sie jederzeit griffbereit sind. Tipps, wie man es richtig macht und worauf man achten sollte.

Magnus Heier
Eine Kolumne von Dr. Magnus Heier

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Ich arbeitete in einer Klinik im Norden Kenias – in einem Malariagebiet. Natürlich hatte ich rechtzeitig mit der entsprechenden Prophylaxe angefangen. Und natürlich hatte ich eine Notfallmedikation dabei. Und natürlich erwischte mich ein resistenter Malariastamm.

Mein Fehler: Ich hatte bei einer Klinikrundfahrt die Medikamente nicht im Handgepäck, sondern im Rucksack. Oben auf dem Busdach. Und der war weg – geklaut oder irrtümlich abgeladen. Das Fieber stieg! Ich habe überlebt.

Danach habe ich nie wieder wichtige Medikamente in Rucksack oder Koffer getan. Oft verspäten sich Koffer oder verschwinden. Schlecht für Menschen, die regelmäßig Medikamente brauchen. Ganz schlecht, wenn es rezeptpflichtige Medikamente sind. Blutdrucktabletten, Fettsenker oder auch „die Pille“ kann man nicht einfach in einer örtlichen Apotheke kaufen.

Und einen Arzt vor Ort, der bereit ist, sie zu verschreiben, muss man erst einmal finden. Wichtiges gehört ins Handgepäck. Das ist kein Problem, solange die Präparate nicht dem Betäubungsmittelgesetz unterliegen – sonst brauchen Sie eine förmliche Bescheinigung Ihres Hausarztes.

Spritzen oder Kanülen sind im Handgepäck verboten – die könnten als potenzielle Tatwaffe konfisziert werden und sehen auch komisch aus (ich musste mal einen schottischen Polizisten mit dem Arztausweis von meiner Drogenunabhängigkeit überzeugen).

Vor allem bei älteren oder chronisch kranken Menschen wäre ein Arztbrief sinnvoll. Heben Sie Briefe, etwa Entlassungsbriefe, einfach auf. Meist beschreiben die Kollegen kurz gefasst nicht nur die akute Krankheit, sondern auch die Vorgeschichte.

Vor allem listen sie Medikamente auf, die die Patientin oder der Patient einnimmt. Dieser Überblick erleichtert die Behandlung vor Ort erheblich. Und kann Leben retten. Übrigens kann man Arztbriefe auch scannen und automatisch übersetzen lassen.

Alle bisher erschienenen Folgen der Kolumne „Im weißen Kittel“ können Sie auf der Themenseite nachlesen.

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