„Das als schlampig zu bezeichnen, wäre zu milde“: Analyse entdeckt ungeschwärzte Nacktfotos und Ausweise in den Epstein-Dokumenten
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TOPSHOT - This photo illustration shows redacted documents from the Epstein Library files released by the US Department of Justice in Washington, DC, on February 18, 2026. The Epstein Files Transparency Act (EFTA), passed overwhelmingly by Congress in November 2025, compelled the Justice Department to release all of the documents in its possession related to the disgraced financier Jeffrey Epstein within 30 days. (Photo by Brendan Smialowski / AFP) / -- IMAGE RESTRICTED TO EDITORIAL USE - STRICTLY NO COMMERCIAL USE --

© AFP/BRENDAN SMIALOWSKI

„Das als schlampig zu bezeichnen, wäre zu milde“: Analyse entdeckt ungeschwärzte Nacktfotos und Ausweise in den Epstein-Dokumenten

Das US-Justizministerium postete sensibles Material ungeschwärzt. Einer KI-Analyse zufolge sind die Anonymisierungsfehler zahlreicher gewesen als bisher bekannt.

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Die Pannen bei der Veröffentlichung der Epstein-Akten sind offenbar zahlreicher als bisher bekannt. Eine neue KI-gestützte Analyse des US-Senders CNN zeigt, dass mehr als ein Dutzend eigentlich zu schwärzender Bilder fast einen Monat lang auf der Webseite des US-Justizministeriums (DOJ) abrufbar waren. Darunter befanden sich dem Sender zufolge Aufnahmen eines minderjährigen Mädchens, das Jeffrey Epstein auf die Wange küsst, sowie Dokumente mit personenbezogenen Daten aus Pässen und Führerscheinen.

Die Recherche reiht sich laut CNN in eine „wachsende Liste verpfuschter Schwärzungen“ ein und deutet darauf hin, dass es sich nicht um Einzelfälle handelte. So fanden sich dem Bericht zufolge teils mehrere Versionen identischer Dateien mit unterschiedlichen Bearbeitungsständen, die sich gegenseitig „enttarnten“. Als Beispiel nennt CNN zwei Fassungen des Fotos eines Babys beim Baden: Während eine Version Gesicht und Körper unkenntlich macht, zeigt eine andere das Kind ungeschwärzt.

Zudem identifizierte die Analyse mehr als 100 Fotos, die offenbar nackte Jugendliche am Strand zeigen. Diese Bilder waren zunächst Teil der veröffentlichten Files, sie wurden jedoch später entfernt oder in geschwärzter Form neu eingestellt – im Unterschied zu anderen Aufnahmen, die über einen längeren Zeitraum unredigiert online blieben. Ferner dokumentiert der Sender weiteres problematisches Material – darunter Aufnahmen, auf denen ein verdeckter FBI-Ermittler bei der Arbeit zu erkennen gewesen sein soll.

Besonders gravierend seien auch die Fehler bei Dokumentformaten und sensiblen Inhalten. In mindestens einer Gerichtsakte seien Informationen so unzureichend geschwärzt worden, dass sie sich durch simples „Kopieren und Einfügen“ wieder sichtbar machen ließen. Außerdem fanden sich laut CNN Bilder von Pässen oder Führerscheinen von mindestens sieben Personen, auf denen unter anderem Adressen und Geburtsdaten zu erkennen waren.

Aufgedeckt wurden die Funde mithilfe der Software der israelischen Firma Visual Layer, die große Bildbestände mit KI auswertet. Deren Gründer Danny Bickson sagte CNN, die DOJ-Website verfüge zwar über eine einfache Textsuche, eine gezielte Suche nach problematischen Bild- oder Videoinhalten sei dort jedoch praktisch nicht möglich. Mit KI sei es seinem Team dagegen innerhalb kurzer Zeit gelungen, in dem Datensatz ungeschwärzte Nacktbilder, Kinderfotos und private Dokumente zu identifizieren.

Ehemalige Justizexpertinnen und Behördenvertreter führen die Pannen vor allem auf massiven Zeitdruck zurück. Das Justizministerium hatte eine gesetzliche Frist von 30 Tagen, innerhalb derer es die Epstein-Unterlagen veröffentlichen musste – bei einem Datensatz, der zuletzt mehr als 3,5 Millionen Dateien umfasste.

Mimi Rocah, frühere Staatsanwältin und Juraprofessorin, bezeichnete dieses Vorgehen gegenüber CNN deshalb als „zum Scheitern verurteilt“ und machte „schlechtes Management und schlechte Führung“ für die Fehler verantwortlich. „Das als schlampig zu bezeichnen, wäre noch zu milde“, sagte Rocah. Auch Kristina Rose, frühere Leiterin des DOJ-Büros für Opfer von Verbrechen, sagte CNN, die Verpflichtungen gegenüber Betroffenen seien in diesem Fall nicht eingehalten worden.

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