Nach tödlichem Luftangriff im Sudan: Guterres fürchtet „umfassenden Bürgerkrieg“
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Der Generalsekretär der Vereinten Nationen Antonio Guterres.

© imago/Xinhua/IMAGO/Xie E

Nach tödlichem Luftangriff im Sudan: Guterres fürchtet „umfassenden Bürgerkrieg“

Nach dem Luftangriff auf ein Wohnviertel in Omdurman sprechen die Vereinten Nationen eine Warnung aus. Die gesamte Region könne destabilisiert werden.

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Nach dem Tod dutzender Zivilisten bei einem Luftangriff auf ein Wohnviertel im Sudan hat die UNO vor einem „umfassenden Bürgerkrieg“ in dem Land und dessen Folgen für die gesamte Region gewarnt.

Das nordostafrikanische Land stehe „am Rand eines umfassenden Bürgerkriegs, der potenziell für die ganze Region destabilisierend ist“, erklärte ein Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres am Sonntag. Die UNO setzt in dem seit drei Monaten andauernden Konflikt auf die Vermittlung afrikanischer Staaten.

Die sudanesische Armee hatte am Samstag die an die Hauptstadt Khartum grenzende Millionenstadt Omdurman aus der Luft angegriffen. Das Gesundheitsministerium veröffentlichte im Online-Netzwerk Facebook ein Video, auf dem Leichen zu sehen waren. Laut Ministerium gab es bei dem Angriff „22 Tote und eine große Zahl an Verletzten unter Zivilisten“.

FILE PHOTO: Smoke rises in Omdurman, near Halfaya Bridge, during clashes between the Paramilitary Rapid Support Forces and the army as seen from Khartoum North, Sudan April 15, 2023. REUTERS/Mohamed Nureldin Abdallah/File Photo
Rauch steigt nahe Khartum auf.

© REUTERS/Mohamed Nureldin Abdallah

Die paramilitärische RSF-Miliz unter der Führung von Mohamed Hamdan Daglo, die gegen die Armee von Sudans Militärmachthaber Abdel Fattah al-Burhan kämpft, sprach von mindestens 31 Todesopfern und zahlreichen Verletzten.

Von der Nachrichtenagentur AFP kontaktierte Anwohner bestätigten den Luftangriff. Die Armee erklärte hingegen am Sonntag, die Luftwaffe habe am Tag zuvor „keine feindlichen Ziele“ in Omdurman angegriffen.

Unterdessen berichteten Augenzeugen am Sonntag von weiteren Luftangriffen in der Nähe des Präsidentenpalastes im Zentrum von Khartum. Demnach gab es auch im Süden der Hauptstadt Kämpfe mit Maschinengewehren und Artilleriebeschuss.

Machtkampf im Sudan seit Mitte April

Seit Mitte April wird der Sudan von einem Machtkampf zwischen der Armee und der RSF-Miliz erschüttert. Fast 3.000 Todesopfer wurden seither gezählt, die tatsächliche Opferzahl dürfte aber weit höher sein. Fast drei Millionen Menschen sind auf der Flucht. Nach UN-Angaben sind 25 Millionen Menschen wegen der Kämpfe schutz- und hilfsbedürftig - mehr als die Hälfte der Bevölkerung.

CORRECTION / Displaced people who fled the ongoing violence by two rival Sudanese generals, gather in a room inside the university of al-Jazira, transformed into a makeshift shelter, in al-Hasaheisa south of Khartoum on July 8, 2023. For nearly three months, the RSF commanded by Mohamed Hamdan Daglo has fought the regular army under General Abdel Fattah al-Burhan in a war that has claimed the lives of at least 3,000 people and displaced millions. (Photo by AFP) / “The erroneous mention[s] appearing in the metadata of this photo by - has been modified in AFP systems in the following manner: [people] instead of [children]. Please immediately remove the erroneous mention[s] from all your online services and delete it (them) from your servers. If you have been authorized by AFP to distribute it (them) to third parties, please ensure that the same actions are carried out by them. Failure to promptly comply with these instructions will entail liability on your part for any continued or post notification usage. Therefore we thank you very much for all your attention and prompt action. We are sorry for the inconvenience this notification may cause and remain at your disposal for any further information you may require.”
Vertriebene Menschen suchen Zuflucht in einem provisorischen Bereich einer Universität südlich von Khartum.

© AFP/-

Die Kämpfe konzentrieren sich zwar auf die westliche Region Darfur und die Hauptstadt Khartum, Gefechte wurden aber auch aus weiteren Regionen gemeldet.

Die Vereinten Nationen und afrikanische Staatenbündnisse warnen zudem vor einer „ethnischen Dimension“ des Konflikts in Darfur. Guterres' Sprecher Farhan Haq warf den Konfliktparteien am Sonntag „ein völliges Fehlen an Respekt für die humanitären Rechte und die Menschenrechte“ vor.

Die UNO setzt in dem Konflikt auf die Vermittlung der regionalen Wirtschaftsgemeinschaft Intergovernmental Authority on Development (Igad). Deren Vertreter treffen sich am Montag in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. Ein Igad-Vertreter teilte der Nachrichtenagentur AFP mit, al-Burhan und Daglo seien zu Vermittlungsgesprächen eingeladen worden, bislang habe aber keine der Konfliktparteien reagiert. (AFP)

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