
© Filmfest München
Filmfest München: Atemlos durch die Nacht
Ein politischer Heimatfilm, eine Auseinandersetzung mit der MeToo-Debatte und eine hinreißende Liebesgeschichte: Die deutschen Premieren beim Filmfest München.
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Ein weißes Auto in Pontonform fährt durch eine leere dunkle Hügellandschaft, zuhause wartet auf den Fahrer ein Drohbrief in Schreibmaschinenschrift: „Heimatverräter!“. Oliver Haffners Film „Wackersdorf“ wirkt mit seinen klaren, ruhigen Bildern aus der Oberpfalz wie ein Detox-Mittel, wenn beim 36. Filmfest München mit seinen 185 Produktionen aus knapp 50 Ländern die optische Verkaterung droht: Etwa, wenn in einem trotz hervorragender Besetzung recht infantilen Dating-App-Film („Safari – Match Me If You Can“ von Rudi Gaul) unentwegt gelb-blaue Schilder mit Tiersymbolen in den Münchner Himmel schießen, um digitale Treffer zu symbolisieren. Oder wenn drogensüchtige junge Frauen mitten auf der Straße in die Hocke gehen, um sich zu erleichtern. Das findet Klaus-Lemke-Schüler Henning Gronkowski als Regisseur des Berliner Sex-and-Drug-Films „Yung“ offenbar besonders abgefahren.
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