Oper: Das Lied vom Wind
zum Hauptinhalt
Mensch und Katastrophe. Szene aus Toshio Hosokawas neuem Musiktheaterstück. Foto: dpa

© dpa

Tagesspiegel Plus

Oper: Das Lied vom Wind

Uraufführung in Brüssel: Sasha Waltz inszeniert die Oper „Matsukaze“ von Toshio Hosokawa - und hat sich zum Glück gegen eine aktualisierende Fassung entschieden.

Stand:

Sie nutzen Google? Sie können sich Artikel des Tagesspiegels in der Google-Suche
nun bevorzugt anzeigen lassen. Mehr erfahren oder direkt aktivieren.

Die Versuchung muss sehr groß gewesen sein. Mitte März, die erste Probenphase mit Tänzerinnen und Sängerinnen hat gerade begonnen, der Komponist ist zu Besuch, Toshio Hosokawa, gebürtig aus Hiroshima, da beben in Japan die Erde und das Meer und es ereignet sich, was man Naturkatastrophe nicht mehr nennen kann. Früher, sagt Hosokawa, hätten die Japaner Häuser aus Holz und Papier gebaut und aus der Natur geschöpft, voller Ehrfurcht, Demut, Wissen. Heute stapelt sich der unkaputtbare Müll einer entfremdeten Zivilisation über den verwüsteten Landstrichen, und das Ganze trägt das Signet eines havarierten Atomkraftwerks: Fukushima. Der Mensch ist des Menschen Fresser. Für immer.

showPaywall:
true
isSubscriber:
false
isPaid:
true
console.debug({ userId: "", verifiedBot: "false", botCategory: "" })