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Zum Tod von Francesco Rosi: Der Forscherfilmer
Zeitlebens hat Francesco Rosi die politischen und sozialen Missstände in Italien angeprangert. Nun ist der Filmemacher mit 92 Jahren in Rom gestorben.
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Was ist Ruhm, und wie lange hält er? Die Lorbeeren des Kinos hat Francesco Rosi alle geholt – vom Silbernen Bären („Wer erschoss Salvatore G.“), womit ihm 1962 der Durchbruch gelang, über den Goldenen Löwen („Hände über der Stadt“, 1963) bis zur Goldenen Palme („Der Fall Mattei“, 1972). Aber sein Name überstrahlt das Filmschaffen des 20. Jahrhunderts nicht wie ein Pasolini, ein Visconti, ein Fellini. Vielleicht, weil er im Wesentlichen bei politischen Themen blieb, mochten die Filme formal noch so poetisch sein. Weil er sich an den Intellekt des Publikums richtete, weniger an dessen Herz. So gewann er Respekt, nicht aber Liebe.
Filmemacher werden wollte der in Neapel als Sohn eines Reedereibesitzers geborene Francesco Rosi von Jugend an, doch sein Vater bestand auf einem soliden Beruf – und das bedeutete Jurastudium. So wurde Rosi Mitte Dreißig, bevor er – zunächst Assistent bei Luchino Visconti – erste eigene Filme drehte. „Wer erschoss Salvatore G.“, die Geschichte eines zum Mafioso aufsteigenden Gauners, projizierte er, vor gebanntem Publikum, in einem sizilianischen Dorf auf ein Bettlaken an der Hauswand, bevor er damit in Berlin reüssierte. In den folgenden 15 Jahren schuf er, die Venedig-und-Cannes Sieger sowie „Lucky Luciano“ und „Die Macht und ihr Preis“ hinzugerechnet, jene Filme, die seinen Ruhm als großen, politisch links stehenden Regisseur begründeten. Stets ging es um die Verstrickung zwischen Bandenkriminalität und Politik, um politisch motivierte Morde, vor allem aber: um die Aufdeckung von Gewaltstrukturen, den übergreifenden Zusammenhang. „Cine inchiesta“ nannte er sein Arbeitsprinzip: Recherchefilm.
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