Deutsche Oper: Der letzte Schwan
zum Hauptinhalt
Schwanenritter zum Anfassen. Klaus Florian Vogt brilliert als Lohengrin in Kasper Holtens Inszenierung.

© dpa

Tagesspiegel Plus

Deutsche Oper: Der letzte Schwan

Bunker und Klunker: Klaus Florian Vogt rettet Wagners „Lohengrin“ an der Deutschen Oper. Und doch hört man förmlich, wie Götz Friedrich sich stöhnend in seinem Grab umdreht.

Stand:

Sie nutzen Google? Sie können sich Artikel des Tagesspiegels in der Google-Suche
nun bevorzugt anzeigen lassen. Mehr erfahren oder direkt aktivieren.

Hier ein kleines Brevier all jener Dinge, die der Opernliebhaber im Allgemeinen und der Wagnerianer im Besonderen auf einer Bühne nie, nie wieder sehen möchte. Verboten gehören: 1. Stücke von hinten zu erzählen, wenn alle schon tot sind, sodass die Belegschaft mit Schusswunden in der Herzgegend und Mullbinden um die Schädel durch asphaltgraue Unterwelten stapft, ganz gleich ob es sich um „Idomeneo“ (Komische Oper), „Lulu“ (Staatsoper) oder „Lohengrin“ an der Deutschen Oper handelt. 2. Helden, die, weil sie Helden sind, ausschließlich zentralperspektivisch auf- und abtreten und im Trockeneisnebel die Fäuste recken. 3. Choristen oder Statisten, die auf Knopfdruck in stummes Gestikulieren ausbrechen, Schulterklopfen, Kopfnicken oder -schütteln, huldreiches Umarmen usw. 4. Kostüme, die a) Männern Tornister wahlweise aus dem Dreißigjährigen oder dem Ersten Weltkrieg umschnallen und b) Frauen in bruegelsche Kutten stecken. 5. Böse Frauen, die an roten Langhaarperücken und klappernden Klunkern zu erkennen sind. 6. Jede Form von Theater im Theater im Theater.

showPaywall:
true
isSubscriber:
false
isPaid:
true
console.debug({ userId: "", verifiedBot: "false", botCategory: "" })