Kultur: Dichtung und Klarheit
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Kultur: Dichtung und Klarheit

Wahlverwandt: Die Galerie Brusberg widmet Gerhard Altenbourg und Gottfried Benn eine Jubiläums-Ausstellung

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Einen „Zitronenfalter im Hauptbahnhof“ hat Eberhard Roters, Gründungsdirektor der Berlinischen Galerie, den 1989 tödlich verunglückten Zeichner und Grafiker Gerhard Altenbourg einmal genannt. Und damit scheinbar alles gesagt über einen Künstler, der sein teils erzwungenes, teils selbst gewähltes Außenseitertum konsequent zum Gesamtkunstwerk stilisiert hat. Der ein gewaltiges zeichnerisches und grafisches Œuvre hinterließ, das in keine kunsthistorische Schublade passen will, weder Ost- noch Westkunst ist. Der lebenskluge Roters sah in Leben und Werk von Gerhard Ströch, der sich nach Altenburg, seiner thüringischen Heimatstadt, Gerhard Altenbourg nannte, das Kostbare, Schillernde und dabei stets existenziell Gefährdete. Die Stasi, die Altenbourg jahrzehntelang observiert hat, brandmarkte ihn unfreiwillig lyrisch als „langfristig gezüchtete Sumpfdotterblume“.

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