Kultur: Occupy Goethe
Das Läppische, hier wird’s Ereignis: Nicolas Stemann entdeckt „Faust I + II“.
Stand:
nun bevorzugt anzeigen lassen. Mehr erfahren oder direkt aktivieren.
Wie die Zeit vergeht. Eigentlich sollte zu den Salzburger Festspielen 2011 der Schweizer Soziologe und Globalisierungskritiker Jean Ziegler die Eröffnungsrede halten. Eine gute, strittige Wahl. Ziegler hätte Sätze gesagt wie „Ein Kind, das heute verhungert, wird ermordet“ oder „Gegen die strukturelle Macht des Kapitals sind Beethoven und Hofmannsthal machtlos“ – und alle Politiker und Sponsoren hätten sich in ihrem glamourösen Selbstverständnis anpinkeln lassen müssen. Dann freilich brach der Arabische Frühling aus, und Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller befand, Zieglers Nähe zu Gaddafi (den er mehrfach getroffen hatte) sei zu groß, weshalb sie ihn kurzerhand wieder auslud. Statt seiner sprach nun Joachim Gauck, über Europa, wie angenehm. Heute ist Gauck deutscher Bundespräsident und Ziegler sicher immer noch sauer, zu Recht.
- showPaywall:
- true
- isSubscriber:
- false
- isPaid:
- true