Kultur: Unfrei willig
„Mein Avatar und ich“ an der Neuköllner Oper
Stand:
nun bevorzugt anzeigen lassen. Mehr erfahren oder direkt aktivieren.
Das Internet ist eine gewaltige Herausforderung für Opern- und Musicalmacher. Ort- und Zeitlosigkeit des Mediums entziehen sich der Festlegung im Bühnenraum, seine Zweidimensionalität ist kaum auf die drei Dimensionen übertragbar. Tollkühn, dass sich Peter Lund und Thomas Zaufke mit elf Studierenden des Musicalstudiengangs der UdK an der Neuköllner Oper dennoch kopfüber ins Netz gestürzt haben. Dass „Mein Avatar und ich“ dabei zur ästhetisch geschlossensten Produktion der erfolgreichen Reihe geworden ist, hat viele Ursachen: Eine ist, dass der regieführende Textdichter Lund das Verhalten von Chatraumbesuchern genau beobachtet hat. Das zeigt sich nicht nur in der Sprache des Stücks, sondern auch in nerdtypischen Accessoires wie den Essensresten neben dem Laptop, die auf Ulrike Reinhards Atari-grauer Bühne platziert sind.
- showPaywall:
- true
- isSubscriber:
- false
- isPaid:
- true