Berlinale Glosse (1): Verwehungen am Potsdamer Platz
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Ein Arbeiter befestigt ein Berlinale-Banner.

© Christoph Söder/AFP

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Berlinale Glosse (1): Verwehungen am Potsdamer Platz

Am Mittwoch beginnt die Berlinale, zum ersten Mal seit 1977 im Sommer. Unser Kolumnist wird das Festival begleiten – und hat sich schon mal umgesehen.

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Inzwischen kann man zehn Leute ohne Probleme treffen. Aber wer kennt schon zehn Leute ohne Probleme? Ich bin auch gern mal alleine, so an und für mich. Es ist nicht so, dass ich dann mit mir selbst Gespräche führe. Nein, ich träume, höre Musik, denke zurück an kleine Szenen. Manchmal spielen sie im Kino: ein geheimer Kuss mit der Sitznachbarin bei einer Komödie; sie lachte danach noch schöner mit. Das Weinen, als Björk als „Dancer in the Dark“ einen ganzen Saal in einen isländischen Wasserfall verwandelte. Oder letzten Sommer, als das Kino mal kurz freies Licht unter freiem Himmel hatte und ich auf einem Klappstuhl am Ostkreuz einen Nachwende-Thriller sah. Freies Land, ein irre guter Krimi mit irre guter Musik. Und dem Dialog: „Das ist jetzt hier ein freies Land.“ – „Ja, morgen wieder!“

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